StartseiteRegionalMüritzGleich drei Klimamanager für die südliche Müritz-Region

Hohe Energiepreise

Gleich drei Klimamanager für die südliche Müritz-Region

Amt Röbel / Lesedauer: 3 min

Wärmenetzausbau, Fotovoltaik auf den Dächern, Biogas-Anlagen – die Gemeinden in der südlichen Seenplatte suchen eigene Wege aus der Energiekrise.
Veröffentlicht:12.10.2022, 17:19

Artikel teilen:

Nicht einer, sondern gleich drei Klima- beziehungsweise Sanierungsmanager haben sich am Freitag in Bollewick etlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Gemeinden vorgestellt, die sich ihren Energiebeauftragten teilen wollen. Das Team ist bei den Stadtwerken Neustrelitz angesiedelt, das nach Aussage von Geschäftsführer Vincent Kokert unter anderem große Fotovoltaik-Anlagen und Wärmenetzwerke betreibt.

Mehr lesen: Wärmestuben und Notstrom – Landkreis nimmt Gemeinden in die Pflicht

Klima-Team vorgestellt

Drei Klimamanager seien es deshalb geworden, weil sie auch noch andere Aufgaben bei den Stadtwerken übernehmen. „Sie stehen den Gemeinden zu 100 Prozent zur Verfügung“ und würden sich untereinander vertreten, so der Geschäftsführer. Zum Klimateam gehören Maschinenbau-Ingenieur Toni Perlick, Elektrotechnik-Ingenieur Hans Dannenberg sowie Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH) Toni Rudolf. Die Frage: „Wie versorge ich meine Einwohner mit Energie?“ wird nach Meinung von Vincent Kokert die Kommunen in Zukunft mehr denn je beschäftigen. „Energie für die Zukunft für die Bürger, das ist unsere Motivation“, sich diesem Bereich des Klimaschutzes zu widmen, so Vincent Kokert.

Wie das erste Treffen zeigte, wird eine der Hauptaufgaben der Sanierungsmanager die Beratung der Bürger zum Thema Erneuerbare Energien und der Ausbau bestehender Nahwärmenetze in den Gemeinden sein. Wenn die Haushalte großflächig an die Netze angeschlossen werden sollen, müsse man recht schnell auf die Einwohner zugehen, so Bütows Bürgermeister Manfred Semrau. „Wenn jeder seine Öl- oder Gasheizung gegen eine Luftwärmepumpe ausgetauscht hat, schließt er sich nicht mehr an das Wärmenetz an“, vermutete er. Der Krieg in der Ukraine habe gezeigt: „Es ist nicht mehr ratsam, bei der Energie von jemandem abhängig zu sein.“ Die Gemeinden seien gezwungen, unabhängig zu werden, die Wertschöpfung vor Ort zu haben und Möglichkeiten für eine autarke Energiegewinnung zu finden, wobei die letzte Abhängigkeit von Sonne oder Wind bliebe.

Bollewick zeigt schon mal, wo es langgehen könnte

Bollewick ist in Sachen Biogas-Anlage Vorreiter erneuerbarer Energien. Auch wenn hier auf lange Sicht geschaut werden müsse, wie es da weitergehen könne, ginge es der Gemeinde vor allem um Netzausbau und Möglichkeiten von Solaranlagen auf den Dächern, insbesondere auf den Wohnblöcken, informierte Bürgermeisterin Antje Styskal.

Einzelgespräche mit den Gemeinden geplant

Für die Gemeinde Leizen sei die vorrangige Aufgabe, die gemeindlichen Wohnblöcke mit erneuerbarer Energie auszustatten und Eigentumshäuser sollten von der Ölheizung wegkommen. Nahwärmenetzwerke seien in Prüfung, so die Bürgermeisterin Stefanie Nürnberg, die sich von den Klimamanagern innovative Ideen erhofft. Einzelgespräche zwischen den Managern mit den Gemeinden Bütow, Leizen, Bollewick, Kieve, Melz und Buchholz, bei denen der Klimamanager bereits beschlossene Sache ist, laufen. Die Bürgermeister von Lärz und Rechlin waren ebenfalls beim ersten Treffen dabei, weil auch sie eine Alternative zum gemeinsamen Klimamanager des Amtes und der Stadt Röbel suchen. Wie in der Runde zu erfahren war, hat die Gemeinde Schwarz ebenfalls Interesse bekundet, sich dem Klimateam der Stadtwerke Neustrelitz anzuschließen.

Der Klimamanager soll die Gemeinden unter anderem darin unterstützen, CO2-Neutralität zu erreichen und die Energiekosten zu senken. Das kann beispielsweise durch klimafreundliche oder energiesparende Baumaßnahmen oder erneuerbare Energien erfolgen. Aufgabe eines Sanierungsmanagers ist es auch, mögliche Fördermaßnahmen auf den Weg zu bringen.