StartseiteRegionalMüritz„Jugend-debattiert“ - so lief der Wettbewerb im Warener Gymnasium

Jugendwettbewerb

„Jugend-debattiert“ - so lief der Wettbewerb im Warener Gymnasium

Waren / Lesedauer: 3 min

Die eigene Meinung vertreten und dem Gegenüber zuhören, wenn er seinen Standpunkt erläutert, das fällt manchmal schwer. In einem Schulwettbewerb kommt es genau darauf an.
Veröffentlicht:07.02.2024, 13:01

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„Sollen Modelshows und Schönheitswettbewerbe in Deutschland verboten werden?“ oder „Sollen an unserer Schule Klassenräte verpflichtend eingeführt werden?“ Diese Themen führten kürzlich zu hitzigen Debatten in der Finalrunde des bundesweiten Wettbewerbs „Jugend debattiert“ am Richard-Wossidlo-Gymnasium (RWG). Ein voller Erfolg aus Sicht der Teilnehmer. Einer von ihnen war Raik Brümmer, der zum vierten Mal daran teilnahm. Er berichtete: „Es lohnt sich mitzumachen, allein die Erfahrung, vor vielen Leuten seine Meinung zu vertreten und diese mit Fakten zu belegen, bietet Vorteile für das spätere Leben. Ich denke da zum Beispiel an Bewerbungsgespräche. Auch der Umgang war allgemein respektvoll.“

Jurymitglieder aus verschiedenen Klassenstufen

Insgesamt stellten sich 32 Debattanten der Herausforderung dieses Schulwettbewerbs. Dabei wurde unterschieden in die Altersklasse 1, also Schüler der Klassenstufe 8 und 9, und in die Altersklasse 2 - mit Kandidaten aus der Oberstufe von Klasse 10 bis 12. Alle Teilnehmer wurden von Jurymitgliedern aus verschiedenen Klassenstufen genau beobachtet und anschließend bewertet.

Der Wettbewerb begann mit zwei Qualifikationsrunden, in denen alle unabhängig von der eigenen Meinung einmal die Pro- und einmal die Contra-Seite vertreten mussten. Die besten acht Schüler aus jeder Altersklasse kamen anschließend in das Halbfinale, die besten vier Vertreter jeder Altersklasse erreichten die finale Runde.

Die eine und die andere Seite

Dort setzten sich die Schüler der AK1 kritisch mit dem „Model-Verbot in Deutschland“ auseinander. Auf der einen Seite wurde argumentiert, dass das Hervorheben von Äußerlichkeiten gegenüber von inneren Werten und die Vermittlung falscher Schönheitsideale in unserer Gesellschaft ein Problem darstelle und auf der anderen Seite, dass viele Menschen Vorbilder suchen würden und außerdem die Möglichkeit, Karriere in der Model-Branche zu machen, bestünde. Die Schüler der Klassenstufe neun hatten sich nach Ansicht der Jury am besten mit dem Thema auseinandergesetzt und belegten Platz eins bis vier in folgender Reihenfolge: Carl Eberlein, Elena Bachert, Enno Ecks und Leni Gollnast.

Eine besondere These

In der AK2 hingegen überzeugte Timon Meyenburg aus der Klassenstufe 10 die Jury, dicht gefolgt von den Schülern der Klassenstufe 11: Carl Jacob Drese, Lena Meidow und Lotta Knüppel. Sie beschäftigten sich mit der Frage, ob Klassenräte an ihrer Schule verpflichtend eingeführt werden sollen. Es ging dabei auf der Pro-Seite um die Förderung von Demokratiebildung und Partizipation sowie alle Schülerinnen und Schüler des RWG an Entscheidungsprozessen teilhaben zu lassen. Die Contra-Seite argumentierte hingegen, dass bestehende Gremien ausreichen würden und lediglich die Aufklärung über bestehende Mitbestimmungsmöglichkeiten verstärkt werden müsse. Des Weiteren stellten sie die These auf, dass ein verpflichtender Klassenrat zur Institutionalisierung von Entscheidungsprozessen führe und nicht förderlich für das Zusammenleben in der Schulgemeinschaft wäre.

Demnächst sind die Neubrandenburger mit dabei

Die nächste Runde ist der Regionalwettbewerb am 20. Februar, der im RWG stattfinden wird. Dann debattieren die Gewinner mit den Schülerinnen und Schülern des Albert-Einstein-Gymnasiums aus Neubrandenburg, die dann in Waren zu Gast sein werden. Von den Neubrandenburgern haben sich die ersten sechs Kandidaten der AK1 und die ersten vier Debattanten der AK2 für den Wettbewerb qualifiziert.