StartseiteRegionalMüritzMann begrapscht Frau und droht Zeugen mit Schlägen

Justiz

Mann begrapscht Frau und droht Zeugen mit Schlägen

Waren/Wesenberg / Lesedauer: 2 min

Vor Gericht stritt der Vorbestrafte mit Verweis auf die Verlobung mit einer anderen Frau die Vorwürfe ab.
Veröffentlicht:07.02.2024, 06:00

Artikel teilen:

Alles Abstreiten half nichts: Ein Mann aus Wesenberg ist wegen sexueller Belästigung einer jungen Frau zu einer Geldstrafe von 1350 Euro verurteilt worden. Richter Roland Träger sprach den 34-Jährigen am Amtsgericht in Waren an der Müritz in vollem Umfang schuldig. Für die Verhandlung musste sogar ein Wachtmeister in den Gerichtssaal beordert werden, da der Angeklagte immer wieder Zeugen mit Schlägen drohte und sich auch vom Gericht mehrfach nicht zum Schweigen bringen ließ.

Das Opfer zwei Mal betatscht

Geschädigte war eine 18-Jährige, die aus der Kleinstadt stammt. Sie hatte den arbeitslosen Mann angezeigt, weil dieser ihr im Juli 2023 deutlich zu nah gekommen sein soll. „Ich habe an dem Abend auf zwei kleine Kinder aufgepasst und den Angeklagten damals gebeten, mir etwas von einem Einkaufsmarkt mitzubringen“, erzählte die Zeugin. Als der 34-Jährige zu ihrer Wohnung kam, habe sie ihm auch Wodka angeboten. Gemeinsam mit einem anderen, älteren Bekannten habe man auf dem Balkon gesessen, wo auch geraucht wurde.

Plötzlich habe der Angeklagte ihr dort an die Kleidung gefasst, wo die Brust ist. Er habe gesagt, er wolle Kinder mit ihr. Da sei sie in ein anderes Zimmer gegangen. Dorthin folgte der aufdringliche Kerl der Frau und soll sie nochmals an intimen Stellen angefasst haben.

Drei Monatseinkommen als Strafe

Der ältere Mann, der auf dem Balkon geblieben war, schritt nicht ein, bestätigte aber vor Gericht die Angaben der Frau. Diese verwies den 34-Jährigen dann der Wohnung, er akzeptierte dies auch. Vor Gericht stritt der Angeklagte aber alles, was zuvor passiert sein soll, ab. Er sei ja verlobt mit einer anderen Frau.

Der Staatsanwältin reichte das - auch mit Blick auf das umfangreiche Strafregister des 34-Jährigen. Dieser hat bereits 18 Eintragungen, unter anderem wegen Beleidigung, Bedrohung, Diebstahl, Körperverletzung, Notrufmissbrauch und zuletzt mehrfach wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organe.

Die Staatsanwältin forderte in ihrem Plädoyer, bei dem sie immer wieder vom Wesenberger unterbrochen wurde, eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro. Dem folgte der Richter. „Wir haben keinen Zweifel daran, dass das Ganze so war wie angezeigt“, sagte Träger. Der Tagessatz von 15 Euro richte sich nach dem Einkommen des Angeklagten. Dieser ist seit Jahren arbeitslos, lebt von Bürgergeld. Insofern muss er knapp drei Monatseinkommen als Strafe zahlen.

Er kündigte aber an, Berufung einlegen zu wollen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.