Kulturtipp
Kleines plötzlich riesengroß — Makrofotografien im Müritzeum
Waren / Lesedauer: 2 min

Ingmar Nehls
Der Frühling steht in den Startlöchern und damit verbunden werden auch Flora und Fauna aktiver. Es summt und surrt, quakt und zwitschert in den Wäldern, Seen und Feldern. Der Fotograf Ralf Mittermüller hält diese faszinierende Welt in ausdrucksstarken Makrofotografien fest. Die neue Sonderausstellung im Müritzeum in Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gibt mit 22 Motiven einen bildgewaltigen Einblick in die Tier– und Pflanzenwelt direkt vor der Haustür und kann ab 6. April betrachtet werden.
Der Schauplatz für die Fotoaufnahmen ist die Feldberger Seenlandschaft und das nahe gelegene Umland. Die zahlreichen Seen und Schutzgebiete sowie das abwechslungsreiche Landschaftsbild mit sanften Hügeln, schmalen Bächen, Mooren und Feuchtwiesen sind ein hervorragender Lebensraum für viele seltene Vögel, Pflanzen, Pilze, Insekten und Amphibien. Diese besondere Vielfalt stellt nicht nur für NaturfotografInnen ein wahres Paradies dar und zog auch Ralf Mittermüller schnell in seinen Bann.
Spontan eine Kamera gekauft
Seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckte der Saarländer erst über einen kleinen Umweg nach seinem Studium der Biologie. Auslöser und Startpunkt war 2004 die spontane Idee während eines Winterspaziergangs im Schnee, sich einen Fotoapparat zu kaufen. 15 Jahre und viele Erfahrungen später wird die Ausstellung „Unter unseren Füßen“ erstmals im Jahre 2019 gezeigt. Der Fokus liegt auf „Lebewesen, die man eher selten so nah zu Gesicht bekommt. Die Gründe können vielfältig sein: Die Lebewesen sind zu klein, zu versteckt oder zu selten, ihre Fluchtdistanz ist groß, sie kommen erst nachts heraus oder sie leben so bodennah, dass man sich sehr weit nach unten bücken muss, um sie betrachten zu können“, beschreibt der Fotograf seine Makromotive.
Studium half bei der Bestimmung
Das Biologiestudium half Ralf Mittermüller bei der Bestimmung der fotografisch festgehaltenen Arten, zu denen er, während der Recherchearbeiten, viele interessante Dinge entdeckte. Er verdeutlicht das Zusammenspiel dieser Inhalte in seiner Ausstellung wie folgt: „Bei den Recherchen, um welche Art es sich handelt, bin ich auf zahlreiche interessante Informationen und Geschichten gestoßen. Sie haben mal direkt mit der abgebildeten Art zu tun, wie z.B. die Fangmethode des Sonnentaus, mal aber auch ,nur’ mit Dingen, die bei dem Motiv gut zu sehen sind — wie z.B. Mimikry, die Tarnung als eine andere unbekömmliche oder wehrhafte Art.“
Bis zum 9. Juli ist die Sonderausstellung zu Gast im Natur–Erlebnis–Zentrum in Waren.