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Protest

Klimaaktivisten machen in Waren mobil gegen fossile Energien

Waren / Lesedauer: 3 min

Waren war am Freitag einer von 300 Orten auf der Welt, an denen Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gingen. Die Müritzer Teilnehmerzahlen ließen jedoch Fragen offen.
Veröffentlicht:25.03.2022, 19:31

Von:
  • Susann Salzmann
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Marieke Brandt bezog auf dem Warener Neuen Markt entschlossen Position – für mehr Klimaschutz, weniger Einsatz fossiler Energien, eine geringere Erderwärmung. Die 20-Jährige aus dem Heilbad im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sieht sich selbst als Klimaaktivistin. So war es nicht weiter verwunderlich, dass sie am gestrigen Freitag, dem Tag des globalen Klimastreiks, als Mitglied der Warener Fridays-for-future-Gruppe ihre Stimme für mehr Klimaschutz erhob.

Für Umwelt, gegen Profit

Vor ihrem Oberkörper hing eines von mehreren, mit anderen Klimaaktiven gestaltetes Pappplakat. „People not Profit“ (zu Deutsch: Menschen, nicht Profit) soll auf die ihrer Ansicht nach notwendige Gewichtung bei Diskussionen um Energie, Klima und Umwelt aufmerksam machen. Apropos Energie: Kaum waren Kohle, Öl und Gas als fossile Energieträger aufgezählt, wurde die Kritik an Russland auch schon nachgeschoben: Für diese Energien zahle die EU jeden Tag Hunderte Millionen Euro an Kreml-Chef Putin. Aus dem Megafon drangen die Forderungen von Fridays-for-Future (FFF) in die Ohren von nicht einmal 20 Klimastreikenden, aber dafür von umso mehr Zaungästen, die von Café und Restaurants aus das Treiben der Aktivisten auf dem Neuen Markt bei strahlendem Sonnenschein beobachteten.

Teilnehmerzahl bei aktueller Demo enttäuscht

Marieke Brandt und die Warenerin Tabea Felstow sind zwei der wenigen jungen Leute, die Freitagnachmittag bei der Demo für mehr Klimaschutz streikten. Am Amtsbrink brachten sie ihre Enttäuschung darüber zum Ausdruck: Mit 50 bis 60 Engagierten hätten die Aktivisten gerechnet. Zum Vergleich: Im September 2019 fand die erste FFF-Demo in Waren statt. Damals gab es laut Polizei rund 350 Teilnehmer; darunter zahlreiche Schülergruppen und -klassen.

Werbung fürs Radfahren

Wie auch damals fanden sich unter den Streikenden Vertreter verschiedener Generationen und Hintergründe. Etwa Walter Tinnacher, der die meisten Alltagswege mit dem Rad erledigt. „Fahr Rad fürs Klima“ klemmte der Warener BUND-Vertreter als Botschaft an sein Rad. Mehrfach die Woche fährt er für Einkäufe oder Arbeitswege vom Wohnort Rügeband nach Waren. Eine Tour ist dann zwischen fünf und acht Kilometer lang, erzählte er. Und es funktioniert. Gerhild Meßner von der Warener Umwelt- und Klimagruppe ließ sich die Teilnahme am globalen Klimastreik nicht nehmen. Die klimatischen Trockenphasen überraschen die Frau aus Speck weniger, aber die Temperaturen nehmen nach ihrer Ansicht immer ungewöhnlichere Werte an. Ein Blick in die Statistik bestätige das: Wurden im Februar 2021 in Deutschland noch 1,8 Grad Celsius als monatliche Durchschnittstemperatur errechnet, betrug der Wert ein Jahr später schon 4,4 Grad.

16-Jährige macht im Klimarat mit

Mit Tabea Felstow war beim Klimastreik auch eine junge Frau dabei, deren Gesicht die Müritzer künftig wohl noch öfter wahrnehmen werden. Denn die 16-Jährige wird beim Klimarat mitwirken, der sich im April zum allerersten Mal treffen wird. „Ich möchte dem lokalen Klimaschutz eine Stimme geben und Projekte anregen wie das Begrünen von Dächern“, erzählte sie und hatte als mögliches Gebäude für ein „grünes Dach“ den Warener Bahnhof im Auge. Felstow engagiert sich seit Jahren für das Klima. Neben ihren Aktivitäten bei Fridays-for-Future beschäftigt sie sich seit 2018 bei „Jugend forscht“ mit Treibhausgasen wie Methan, Ozon und Kohlendioxid.