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Solarstrom

Macht Rechlin den Weg frei für einen riesigen Solarpark?

Rechlin / Lesedauer: 3 min

Erste Vorbereitungen für eine Installation von Photovoltaikanlagen in der Nähe des Flugplatzes laufen bereits. Nun könnte die dafür vorgesehene Fläche noch größer werden.
Veröffentlicht:07.12.2022, 18:30

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Mausert sich die südliche Müritzregion zu einem Vorzeige-Landstrich für Erneuerbare Energien? Erste Pläne für die sogenannte „Photovoltaikanlage Müritz Airpark“ sind den Rechliner Gemeindevertretern jedenfalls auf ihrer jüngsten Sitzung von Solaranlagen-Planer Bernd Meyer schon mal vorgestellt worden. Es handelt sich dabei um ein etwa 89 Hektar großes Gelände in der Nähe des Flugplatzes in Lärz. Dort soll grüne Energie erzeugt werden. Rechlins Gemeindevertreter befürworteten den Solarpark. Auf der nächsten Sitzung soll es nach Aussage von Rechlins Bürgermeister Wolf-Dieter Ringguth eine Beschlussvorlage für den Solarpark geben.

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Vorarbeiten laufen schon

Auf einem Teilgelände um den Flugplatz laufen bereits die Vorarbeiten, wo nach Aussage des Investors im Januar die Bauarbeiten der Solaranlage beginnen sollen. Weitere Flächen könnten dazukommen, auf denen am Ende 50.000.000 Kilowattstunden erzeugt werden würden. Damit sei es nach Aussage des Planers möglich, 17.000 Haushalte zu versorgen. Außerdem können die Gemeinden an den Einnahmen aus dem Stromverkauf der Photovoltaikanlage mit bis zu 0,2 Cent je Kilowattstunde beteiligt werden. Dafür hat die Bundesregierung im August des vergangenen Jahres den gesetzlichen Rahmen geschaffen.

Da es sich bei dem Gelände um landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt, ist hier ein Zielabweichungsverfahren nötig, bei dem die Fläche der Solarstromerzeugung zugeschrieben wird. Der Investor RheinEnergie rechnet sich hierbei gute Chancen aus. „Auf der Fläche östlich der Bundesstraße variieren die Bodenpunkte zwischen 13 und 55. Der Mittelwert liegt bei circa 29“, heißt es in der Präsentation.

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Hecken als Sichtschutz und Blühwiesen geplant

Laut Landesregierung darf der Wert maximal bei 40 liegen. Für die Flugplatz nahen Flächen liegen keine Daten zu den Bodenpunkten vor, vermutlich, weil es sich dort um einst militärisch genutzte Flächen und damit um Dekontaminationsgelände handelt. Vereinzelt sind gesetzlich geschützte Biotope vorhanden. Daher bleiben nach Abzug dieser und der nötigen Abstandsflächen etwa 50 bis 60 Hektar für die Bebauung mit Solarmodulen übrig. „Da das Land sehr flach ist, verschwinden die Anlagen optisch“, versprach der aus Apolda stammende Bernd Meyer. In Thüringen sei es schwieriger solche Anlagen aus dem Sichtfeld zu bekommen.

Zudem würden zum Sichtschutz Hecken und darüber hinaus Blühwiesen angelegt werden. Ausgleichsflächen müssten sowieso bestimmt werden. Er riet aber davon ab, in einer Tourismusregion wie dieser Windräder aufzustellen. „Es muss auch Bereiche geben, wo das landschaftliche Bild erhalten bleibt“, stimmte ihm Wolf-Dieter Ringguth zu. Da auch weiterhin Strom erzeugt werden müsse, insbesondere angesichts der aktuellen Energiesituation, seien Photovoltaikanlagen eher das Mittel der Wahl. Laut Planer sei es realistisch, dass nach Abschluss aller Verfahren in zwei Jahren mit dem Bau begonnen werden könnte. Wenn die Anlage nach 25 Jahren keinen Strom mehr erzeuge, könne die Fläche wieder landschaftlich genutzt werden, so der Planer.