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Sieghard Dittner

Malchower Museum ist jetzt um acht fabelhafte Kunstwerke reicher

Malchow / Lesedauer: 2 min

Das Werk des Malers und Grafikers Sieghard Dittner ist einer der Schwerpunkte des Kunstmuseums in Malchow. Dank eines Sponsors kehrten nun einige seiner Bilder aus Thüringen heim.
Veröffentlicht:06.02.2024, 17:45

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Nicht das Museum hat nach den nun stolz präsentierten Werken des Künstlers gesucht, der lange in der Inselstadt beheimatet war - die Werke haben sozusagen das Museum gefunden. "Die Bibliothek im thüringischen Saalfeld ist an uns herangetreten", erinnert sich Museumsleiterin Dominika Cittová. Acht Gemälde boten die Thüringer dem Museum im Kloster an. Das Angebot reizte die Museumsleiterin ebenso wie die Verantwortlichen bei der Stadt und dem Träger des Museums, dem Kultur- und Sportverein. Doch aus eigenen Mitteln war der Erwerb der Kunstwerke nicht zu stemmen.

Bei Sponsorensuche in Hamburg fündig geworden

So machten sich die Malchower auf die Suche nach Sponsoren. Fündig wurden sie in Hamburg bei der Museumsförderung der Fielmann AG. Der jüngst verstorbene Firmengründer Günther Fielmann hatte bereits vor Jahren dafür gesorgt, dass ein Teil der Einnahmen seiner Kette von Brillen- und Hörgeräteläden der Öffentlichkeit zugutekommen sollte. "Dabei geht es nicht darum, die großen Institutionen in den Metropolen zu stärken. Wir legen vor allem Wert darauf, mit kleinen Institutionen in der Fläche zusammenzuarbeiten", schildert Kunsthistorikerin Dr. Constanze Köster ihr Ziel. Sie ist bei dem Hamburger Unternehmen neben der eigenen optischen Sammlung für die Museumsförderung zuständig.

Ihr dankte Malchows parteiloser Bürgermeister René Putzar anlässlich der offiziellen Übergabe der in den 1980er Jahren entstandenen Kunstwerke nicht nur für die aktuelle Zuwendung, sondern für die seit Jahren gute und stets unkomplizierte Zusammenarbeit: "So würde ich mir das manches Mal in der Politik wünschen", gestand er schmunzelnd.

Werke aus Thüringen abgeholt

In den Dank stimmte Museumsleiterin Dominika Cittová ein, die gemeinsam mit Daniel Finn, Geschäftsführer des städtischen Kultur- und Sportrings, die acht Werke mit Fabelmotiven in Thüringen abgeholt hat. Sie sind nun in der Sammlung des Kunstmuseums zu sehen. Es ist bis Ende März jeweils mittwochs bis sonntags in der Zeit von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Im April ist das Museum bereits ab Dienstag und täglich bis 16 Uhr offen, während der Saison ab Mai bis 17 Uhr.

Sieghard Dittner gehört neben Rudolf Gahlbeck (1895–1972), Friedrich-Franz Pingel (1904–1994) und Peter Hesse (1921–2008) zu dem Kleeblatt heimischer Künstler, auf dem der Schwerpunkt des Malchower Kunstmuseums liegt. Dittner wurde 1924 im polnischen Schneidemühl geboren und ließ sich nach dem Krieg an der Seenplatte nieder – zunächst in Waren, später in Malchin. 

Von dem seit den frühen 1970er Jahren an in Malchow ansässigen Dittner dokumentieren in der Sammlung des Museums Gemälde, Grafiken, Fotos sowie keramische Arbeiten sein umfangreiches Schaffen, in dem sich kontinuierlich seine Verbundenheit zur mecklenburgischen Landschaft zeigt. Sieghard Dittner verstarb im Jahr 2002 im Alter von 78 Jahren.