StartseiteRegionalMüritzMediclin-Konzern steckt fast 20 Millionen Euro in Klinik-Neubau

Kinder- und Jugendpsychiatrie Röbel

Mediclin-Konzern steckt fast 20 Millionen Euro in Klinik-Neubau

Röbel / Lesedauer: 3 min

Am Röbeler Standort des Klinikums für psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen wird groß gebaut. Das alte Haus war mit der Zeit zu klein geworden.
Veröffentlicht:20.08.2020, 13:38

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Wenn Kinder wachsen, wird die Kleidung irgendwann zu klein. Bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik des Müritz Klinikums, kurz KJPPP, in Röbel verhält es sich – im übertragenen Sinne – ganz ähnlich. Die Einrichtung, die im September ihr 20-jähriges Bestehen feiert, ist in den vergangenen Jahren aus dem aktuellen Gebäude einfach herausgewachsen.

Deswegen wird in den kommenden Monaten ein Neubau entstehen. Mit dem Neubau folgt die Klinik dem zunehmenden Patientenaufkommen sowie dem steigenden Bedarf an einer gewissen Vielfalt der Formen der Therapien im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, schildert Kliniksprecherin Jenny Thoma einige Gründe für den Neubau. Dafür nimmt der Mediclin-Konzern ordentlich Geld in die Hand. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf satte 19,6 Millionen Euro. Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium unterstütze das Vorhaben im Rahmen der Krankenhausfinanzierung. „Es hat uns bis zum heutigen Tag 14,5 Millionen Euro an Fördermitteln übergeben“, teilte Thoma mit.

Ambulanz und Therapiegebäude werden abgerissen

Das neue Haus wird dringend benötigt: Die derzeitigen räumlichen Verhältnisse in der KJPPP in Röbel seien beengt, unübersichtlich und verwinkelt sowie nicht barrierefrei, so Thoma. Zudem entsprächen die sanitären Anlagen in Form von Gemeinschaftsduschen und Toiletten nicht mehr den aktuellen Standards.

„Es werden die psychiatrische Institutsambulanz und das jetzige Therapiegebäude abgerissen“, sagte Jenny Thoma zu dem Standort, auf dem das neue Gebäude errichtet werden soll. Dort werden dann die räumlichen Bedingungen für die Patienten, aber auch die Mitarbeiter verbessert. „Im neuen Gebäude werden die gesamten Betten der Kinder und Jugendpsychiatrie sowie Büros untergebracht“, erklärte Jenny Thoma.

Neue Räume, neue Therapien

Mit dem Neubau würden dann auch neue Behandlungskonzepte ermöglicht, für die die notwendigen Räumlichkeiten ebenfalls im Neubau untergebracht werden sollen. Die Erweiterung erfolge vor allem im Bereich der Familientherapie und dem Komplex des Heranwachsens zum Erwachsenen. So solle zum Beispiel ein familientherapeutisches Behandlungskonzept etabliert werden, das sich an Familien mit schwer sozialverhaltensgestörten Kindern und/oder an Familien mit psychisch kranken Eltern und psychisch kranken Kindern richtet. Hierzu werde es erforderlich sein, dass die Familienbehandlung in Abgrenzung zur sonstigen stationären Behandlung stattfinden kann und die Eltern über einen entsprechend abgetrennten Rückzugsraum verfügen.

Durch diese neuen Therapieformen werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen, so Jenny Thoma. Die frei werdenden Räumlichkeiten im bestehenden Komplex sollen für die Ambulanz der Erwachsenenpsychiatrie, für Therapieräume und für die Schule genutzt werden.

Wann die Arbeiten für den Neubau beginnen, könne aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht gesagt werden. „Wir wollten ursprünglich mit dem Abriss in diesem Jahr beginnen“, so Jenny Thoma. Bei den Stadtvertretern ist das Projekt bereits bekannt. Im Stadtentwicklungsausschuss hatte das entsprechende Planungsbüro jüngst noch einmal Gestaltungsvarianten für die Dachkonstruktion des Neubaus vorgestellt.