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Hochzeit

Liebespaar geht nach dem Ja-Wort in die Luft

Malchow/Petersdorf / Lesedauer: 3 min

Als Liebespaar sind sie in den Heißluftballon gestiegen, als Ehepaar wieder hinaus. Und das sogar früher, als es eigentlich geplant war.
Veröffentlicht:04.05.2023, 15:45

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Eine ganz normale Fahrt mit dem Heißluftballon war es nicht, meinte Ballonfahrer Jan Fencik Donnerstagmittag, nachdem all die Aufregung um die erste standesamtliche Trauung im Korb eines Heißluftballons in der Müritzregion verflogen und die Jungvermählten wieder auf dem Boden waren. Ursprünglich sollte diese besondere Zeremonie erst am Freitag in aller Frühe durchgeführt werden. Doch die Wetterprognosen sahen wenig vielversprechend aus und eine Hochzeit ist eben nicht verschiebbar – eine gewöhnliche Fahrt hingegen schon.

Erst mal musste gewartet werden

Also wurden bereits am Dienstag alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dieses besondere Erlebnis um die Eheschließung zu ermöglichen. Das lobte auch Bräutigam Lars Helling (41), der das Malchower Standesamt als hochflexibel bezeichnete, dessen Außenstandort dieser Ballon nun ist. Es sei auch nicht selbstverständlich, schon um 6.30 Uhr für eine Trauung bereitzustehen.

Bevor die Ringe angesteckt wurden, mussten Lars Helling und Manja Wuttich unterschreiben.
Bevor die Ringe angesteckt wurden, mussten Lars Helling und Manja Wuttich unterschreiben. (Foto: Miriam Brümmer)

Er und seine nun Ehefrau Manja Wuttich (46) wollten schon vor einem Jahr heiraten, und eine Fahrt mit dem Heißluftballon hatte die Königs Wusterhausener sowieso gereizt. Doch das Antragsverfahren als Außenstandort des Standesamtes lief noch.

„Also haben wir noch gewartet“, erzählen die beiden, die schon zum vierten Mal in der Region ihren Urlaub verbringen, weil ihnen die Gegend so gut gefällt. Außerdem hätten sie diese Trau-Möglichkeit zu Hause vergeblich gesucht.

Alles andere als Routine für die Standesbeamtin

Dass der 5.5. nun nicht das Hochzeitsdatum ist, sei in Ordnung. „Das Ereignis ist uns wichtiger als das Datum“, und eine große Sache wollten sie aus der Hochzeit sowieso nicht machen, lieber etwas Besonderes, weil es auch für beide die zweite Ehe ist.

Auf in die Luft ging es nach dem Ja-Wort für das Brautpaar und Sohn Tom.
Auf in die Luft ging es nach dem Ja-Wort für das Brautpaar und Sohn Tom. (Foto: Miriam Brümmer)

Emotional schien es dann für die beiden aber doch zu sein, und auch für die Malchower Standesbeamtin Carmen Lüth war die Trauung in 29 Berufsjahren alles andere als Routine. „Es ist was total anderes. Wir sind zwar auch in Drewitz am Badestrand draußen, aber da haben wir einen Pavillon mit Stühlen, auf denen die Gäste sitzen“. Das sei ähnlich dem Standesamt, nur ohne Mauern, sagte sie.

Korb mit einer blütenweißen Girlande

Ihre anfänglichen Bedenken, dass der Korb höher und damit kaum Blickkontakt zum Paar möglich sei, waren unbegründet. Einen Tischersatz in Form eines Brettes, auf dem die Unterschriften geleistet werden, noch dazu mit Halterung für die Eheringe, hatte Jan Fencik extra anfertigen lassen. Das Gesamtpaket hat diese erste Ballonhochzeit auch für Außenstehende zu einem feierlichen Ereignis werden lassen.

Dazu hat ganz sicher auch die blütenweiße, mit Rosen verzierte Tüllgirlande beigetragen, mit der Ballonfahrer Jan Fencik im letzten Moment überraschenderweise den Korb dekoriert und damit den besonderen Anlass unterstrichen hatte. Nach der Trauung im Beisein des sechsjährigen Sohnes Tom entließ die Standesbeamte die Korbinsassen mit dem Gruß der Ballonfahrer: „Glück ab, gut Land!“. Das Paar freute sich indessen darauf, „einfach nur genießen zu können“.

Gute anderthalb Stunden unterwegs

Die Ballonfahrt führte um Malchow herum und dauerte aufgrund des schwachen Windes gute anderthalb Stunden. „Es war ein super Erlebnis, da sind wir uns alle einig. Es war besser, als wir uns das vorgestellt haben“, denn alles sei auf den Punkt gewesen, so Manja Wuttich. „Wir haben es nicht bereut und werden es immer in Erinnerung behalten“, ist sie überzeugt. Die werden sie sicherlich mit Begeisterung mit ihren Gästen teilen, die sie anlässlich der Eheschließung zu einem Sommerfest einladen wollen.