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Fusion-Kontrollen

Polizei findet weitere „Blue Punisher“-Pillen

Lärz / Lesedauer: 4 min

Die Polizei beendet ihren Fusion-Einsatz mit einer Danksagung. Jedoch wurden erneut gefährliche Ecstasy-Tabletten gefunden – bei einem Mann, der mit einem Joint gewunken hatte.
Veröffentlicht:04.07.2023, 16:57

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Mit einem Joint winkte ein Beifahrer den Beamten zu – das war der Polizei dann offenbar doch zu auffällig und sie zogen den Wagen am Montag bei Vipperow (Mecklenburgische Seenplatte) im Fusion-Abreiseverkehr zur Kontrolle heraus.

Im Fahrzeug fanden sie nach eigenen Angaben 46 weitere blaue Tabletten des berüchtigten „Blue Punisher“ und geringfügige Mengen Marihuana und Amphetamine. Alle drei Insassen (29, 36 und 37 Jahre alt) kamen aus Berlin, einer von ihnen wurde vorläufig festgenommen. Anlass dafür waren weitere Vergehen: So sei bei der Überprüfung der Personalien bekannt geworden, dass gegen den 29-Jährigen bereits wegen Drogenhandels und ausländerrechtlicher Verstöße ermittelt wird.

Diese Szene beschreibt die Polizei in einer Bilanz zu ihrem Einsatz rund um die Fusion 2023, die am Dienstag veröffentlich wurde. Insgesamt seien in einer mobilen Wache auf dem und rund um das das Festivalgelände täglich rund 250 Polizisten im Einsatz gewesen. Hinzu kamen 100 Bundespolizisten, die am Neustrelitzer Bahnhof im Einsatz waren.

In der Spitze sollen sich nach Polizeischätzung 89.000 Gäste auf dem Gelände der Fusion befunden haben. Sie seien überwiegend im Auto und mit Bussen abgereist, was besonders zum Auftakt am Mittwoch zu kilometerlangen Staus in alle Richtungen rund um den Flugplatz bei Lärz geführt habe, auf dem das Festival stattfindet. An den anderen Anreisetagen sei es zu keinen weiteren nennenswerten Verkehrsbehinderungen gekommen. Auch mit Beginn der Abreisewelle am Sonntag habe es zwar ein hohes Verkehrsaufkommen aber nur wenige Staus gegeben.

Drei Vermisstenfälle auf dem Festivalgelände

Auf dem Gelände selbst war die Polizei mit einer mobilen Wache vertreten, als „ständiger Ansprechpartner für alle Festivalteilnehmer“, wie sie betont. Dort seien fünf Anzeigen erstattet worden: wegen Diebstahls, Körperverletzung, Sachbeschädigung und zwei Verkehrsunfällen. Zudem habe es drei Vermisstenfälle gegeben – eine vermisste Person sei wiedergefunden worden, ein aufgefundenes Handy habe an seinen Eigentümer übergeben werden können und für eine abgegebene Brieftasche sei noch kein Eigentümer ermittelt worden. Mögliche Inhaber können sich bei der Polizeiinspektion Neubrandenburg melden.

Zeitweise 89.000 Menschen befanden sich laut der Polizei auf dem Fusion-Gelände.
Zeitweise 89.000 Menschen befanden sich laut der Polizei auf dem Fusion-Gelände. (Foto: ZVG)

111 Anzeigen wegen Drogenbesitzes

An mehreren festen und mobilen Punkten fanden stichpunktartige Kontrollen statt. Dabei habe man an allen fünf Festivaltagen insgesamt 91 Personen festgestellt, die unter Einfluss von Betäubungsmitteln fuhren. Darüber hinaus seien 111 Strafanzeigen wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln und 40 sonstige Strafanzeigen (unter anderem wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis, Kennzeichenmissbrauch, Verstöße gegen das Waffengesetz, Aufenthaltsgesetz und Pflichtversicherungsgesetz) aufgenommen worden.

Die Polizistinnen und Polizisten hätten dabei verschiedene Betäubungsmittel, wie Kokain, Amphetamin, Metamphetamin, MDMA, Pilze, Haschisch, Marihuana und Ecstasy-Tabletten sichergestellt. Zur Kategorie Ecstasy gehören auch die 46 „Blue Punisher“-Tabletten aus Vipperow am Montag, 60 weitere wurden bereits bei einem mutmaßlichen Dealer auf dem Festivalgelände am Mittwoch gefunden. Gegen den Mann wurde bereits Haftbefehl erlassen.

Warnung vor „Blue Punisher“ auf dem Festivalgelände

Vom Konsum der besonders hochdosierten „Blue Punisher“-Tabletten wurde auch auf Aushängen an vielen Bars und Infopunkten auf dem Festivalgelände abgeraten. Anlass war ein Todesfall in Altentreptow. Am Wochenende vor der Fusion war dort eine 13-Jährige mutmaßlich am Konsum so einer Tablette gestorben, weitere Kinder schwebten in Lebensgefahr.

An vielen Bars auf dem Fusion-Gelände wurde nach einen Todesfall vor den besonders starken Ecstasy-Pillen „Blue Punisher‟ gewarnt.
An vielen Bars auf dem Fusion-Gelände wurde nach einen Todesfall vor den besonders starken Ecstasy-Pillen „Blue Punisher‟ gewarnt. (Foto: privat)

Auch am Neustrelitzer Bahnhof und in den Zügen fanden Polizisten bei Kontrollen solche Pillen. Insgesamt habe die Bundespolizei laut Bilanz 130 Anzeigen erstattet, überwiegend wegen Betäubungsmittel- und Waffenbesitz.

So seien 21.000 Festivalteilnehmende mit der Bahn an- und wieder abgereist, was zu einigen Verzögerungen geführt habe. Durch Sonderzüge hätten lange Wartezeiten vermieden werden können, voll sei es zeitweise auf dem Bahnhofsvorplatz trotzdem gewesen. Insgesamt sei die gesamte Abreise aber „geordnet und störungsfrei“ verlaufen. Die Bundespolizei betont, dass die Herausforderung dank der guten Kooperation mit der Deutschen Bahn bewältigt werden konnte. Die Sicherheit sei jederzeit gewährleistet gewesen.

„Die Beamten und Beamtinnen der Landes- und Bundespolizei bedanken sich bei den verständnisvollen und kooperativen Festivalbesuchern“, schreibt die Polizei abschließend in ihrer Einsatz-Bilanz.