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Psycho-Tricks beim Einkaufen – Der Kniff mit dem Griff

Waren / Lesedauer: 1 min

Als Konsument ist man schnell das Opfer psychologischer Verkaufstricks. Selbst neue Griffe an Einkaufswagen gehören dazu.
Veröffentlicht:12.02.2024, 11:28

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Neulich war ich in einem anderen Supermarkt als sonst. Dort gab es Einkaufswagen mit Griffen, die ich so noch nicht kannte. Sie hatten an den Enden der Schubstange kleine handliche Hörner. Daran ließ sich der Wagen gut schieben und prima dirigieren. Allerdings habe ich inzwischen erfahren, dass diese ergonomischen Schubhilfen nicht in erster Linie dem Kunden dienen sollen, sondern dem Markt.

Ob wir wollen oder nicht: Beim Einkaufen sind wir oft kleinen Verkaufstricks ausgeliefert. Ware griffbereit für quengelnde Kinder vor der Kasse oder die Platzierung in den Regalen sind bekannte Phänomene. Dass die Böden der Einkaufswagen nach hinten abfallen, damit der Wagen nicht so voll aussieht, wenn man von oben draufschaut, gehört ebenfalls dazu.

Und so haben die praktischen neuen Griffe ebenfalls einen psychologischen Grund. Bei alten Wagen wurde der Trizeps aktiviert, während bei Einkaufswagen der neuen Generation der Bizeps zum Einsatz kommt. Die psychologische Forschung hat gezeigt, dass die Aktivierung des Trizeps eine typische Vermeidungshaltung ist und daher eher mit Ablehnung assoziiert wird – zum Beispiel, wenn Menschen etwas Unerwünschtes durch ausgestreckte Arme auf Abstand halten.

Ganz im Gegensatz dazu bedeuten für das Gehirn Bewegungen, die aus dem Bizeps kommen, eine Holbewegung. Das regt dazu an, mehr in den Wagen zu packen und am Ende dann einen größeren Einkauf zu machen. Aber ohne mich: Ich nehme künftig wieder einen Trage-Einkaufskorb!