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Auszeichnung

Retter von DDR-Nudeln erhält Preis für Lebenswerk

Waren / Lesedauer: 2 min

In Waren werden zum Neujahrsempfang ein Wirtschafts- und ein Kulturpreis vergeben. Und schon jetzt ist klar, wer sie erhalten wird.
Veröffentlicht:07.12.2023, 17:21

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Wer für dieses Jahr im Rahmen des Neujahrsempfangs mit dem Wirtschaftspreis und dem Kulturpreis der Stadt Waren ausgezeichnet wird, steht fest. In ihrer letzten Sitzung für dieses Jahr haben die Stadtvertreter am Mittwoch die entsprechenden Beschlüsse gefasst.

Jury hat erstmalig entschieden

Demnach wird Wolfgang Sengewisch den Preis für sein Lebenswerk und für die Sicherung der Unternehmensnachfolge in der Möwe Teigwarenwerk GmbH erhalten. Die Entscheidung zur Preisvergabe traf in diesem Jahr erstmalig eine Jury. Die betonte, dass sein Einsatz erheblich dazu beigetragen habe, den Wirtschaftsstandort Waren zu sichern und zu entwickeln. „Durch sein Engagement und Wirken konnte die ‚Möwe‘ Firmengeschichte schreiben und wesentlich für die regionale und überregionale Bekanntheit der Stadt beitragen“, so die Begründung.

Einst größter ostdeutscher Spaghetti-Hersteller

Wolfgang Sengewisch war seit 1995 Geschäftsführer des im Jahr 1952 in Waren gegründeten Werkes und hat bereits 1989 als technischer Leiter in dem Unternehmen angefangen, das einst als größter ostdeutscher Hersteller von Spaghetti galt. Zu Treuhandzeiten wurde das Unternehmen zweimal verkauft. Dem damaligen Werksleiter Wolfgang Sengewisch gelang es, 1999 und 2011 zu verhindern, dass die jeweiligen Eigentümer aus Holland und Spanien das Werk schließen. Er übernahm das Traditionsunternehmen letztlich 2011 ganz.

70 verschiedene Nudelsorten

Noch immer landen Möwe-Nudeln als Makkaroni, Fussili oder andere Pasta-Kreationen in ganz Deutschland und auch im Ausland auf den Tellern der Verbraucher. „Mit Geschick, Ideenreichtum, Weitsicht und hoher Investitionsbereitschaft ist es Herrn Sengewisch gelungen, die ‚Möwe‘ auch in schwierigen Zeiten zu führen und am Markt zu etablieren“, so die Jury. Nach ihrer Aussage produzieren heute 45 Beschäftigte rund 70 verschiedene Instant- und andere Nudeln.
Der Jahresumsatz liegt bei circa 15 Millionen Euro. „Trotz vieler Herausforderungen und aktueller Unsicherheiten hat es Herr Sengewisch geschafft, das Unternehmen in diesem Jahr erfolgreich an seinen Nachfolger Herrn Mirko Bröcker zu übergeben“, so die Jury abschließend.

Ulrike Nietz wird für ihr kulturelles Engagement ausgezeichnet. 
Ulrike Nietz wird für ihr kulturelles Engagement ausgezeichnet.  (Foto: Ingmar Nehls)

Lehrerin schlägt ihre ehemalige Schülerin vor

Bei der Vergabe des Kulturpreises folgten die Stadtvertreter der Empfehlung des Kulturausschusses, Ulrike Nietz zu ehren, weil sie sich im außergewöhnlichen Maße für die Musikkultur und musikalische Förderung in Waren engagiere und diese prägend mitgestalte. Neben der musikpädagogischen Arbeit als Klavierlehrerin spiele sie unterstützend in vielen Orchestern und Kammermusikgruppen in und um Waren, begleitet Solisten bei öffentlichen Veranstaltungen und repräsentativen Konzerten im Warener Bürgersaal oder in den Warener Kirchen und bereite Schüler auf ihr Musikabitur vor, heißt es in der Begründung von Iris Ulbrich. Sie war einst die Klavierlehrerin von Ulrike Nietz und habe das Talent ihres damaligen Schützlings früh erkannt, ihren erfolgreichen beruflichen Weg und ihr musikalisches Engagement verfolgen können und deshalb den Vorschlag eingereicht.

Die Preise werden beim Neujahrsempfang am 13. Januar im Kurzentrum Waren, Am Kurpark 2 auf dem Nesselberg vergeben. Der Empfang beginnt um 10 Uhr.