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Sicherheitsprobleme

Sparkasse verteidigt Änderung der Öffnungszeiten

Waren / Lesedauer: 2 min

Sparkassenkunden können seit Dezember nachts kein Geld mehr abholen. Warum, erklärt die Vorstandsvorsitzende und zieht eine erste Bilanz.
Veröffentlicht:05.02.2024, 05:58

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Wer in Waren nach 22 Uhr noch Bargeld braucht, hat bei der Müritz-Sparkasse schlechte Karten. Denn die Service-Zeiten in den Selbstbedienungszonen wurden seit Dezember des vergangenen Jahres schrittweise im gesamten Filialnetz eingeschränkt. Die Müritz-Sparkasse betreibt Filialen in Penzlin, Malchow, Röbel, Rechlin sowie drei in Waren, einschließlich der Hauptfiliale, und 4 Selbstbedienungscenter.

Immer wieder Sprengung von Geldautomaten

Hintergrund für diese Entscheidung sei vor allem das Problem der zunehmenden Sprengung von Geldautomaten, erklärte die Vorstandsvorsitzende Andrea Perlick. „Die Sprengung hat in jüngerer Zeit eine besorgniserregende Entwicklung genommen. Die Anpassung der Servicezeiten ist aus der erhöhten Risikolage die notwendige Konsequenz, und erfolgte vor dem Hintergrund der Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeitenden", sagte Andrea Perlick dem Nordkurier.

Laut Perlick seien 2022 bundesweit 496 Automaten gesprengt worden. In Mecklenburg-Vorpommern war Ende Oktober die Ostsee-Sparkasse betroffen. Die Täter seien besonders entlang der Autobahnen unterwegs, sagte Andrea Perlick. Man habe darum verschiedene Überlegungen angestellt, wie die Müritz-Sparkasse der Gefahr vorbeugen könnte. "Überall dort, wo auch Menschen in dem Haus wohnen, haben wir ein Sicherheitsproblem und Versicherungsproblem und wollen die Menschen schützen“, sagte Andrea Perlick.

Die Kundenreaktionen auf die neuen Servicezeiten seien überwiegend positiv. Viele Kunden würden die erhöhte Sicherheit schätzen. "Dazu kommt die Tatsache, dass die Nutzung der Selbstbedienungstechnik in den Nachtstunden im Vergleich zu den Tageszeiten natürlich wesentlich geringer ist", sagte Andrea Perlick.

Geldinstitut hat neue Pläne

Derzeit arbeite die Sparkasse intensiv an den  Planungen für die Errichtung von sprengsicheren Pavillons in Stahlbetonbauweise. Diese Pavillons sollen als zusätzliche Standorte für die Geldausgabeautomaten dienen und den Kundenservice weiter verbessern. 

"Wir befinden uns in der Phase der Standortauswahl und der Erstellung eines Zeitplanes für die Umsetzung. Selbstverständlich ist es unser Ziel, die Pavillons an strategisch ausgewählten Orten zu platzieren, um eine optimale Erreichbarkeit für unsere Kunden sicherzustellen“, sagte Andrea Perlick. Erste Ideen für Standorte, die im Warener Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden, sind der Stadthafen und der Penny-Parkplatz in Waren-West.

Neben den Sicherheitsbedenken räumte Andrea Perlick aber auch ein, dass es in einigen Filialen auch Probleme mit Obdachlosen oder Jugendlichen gegeben haben soll, die spätabends in den Selbstbedienungscentern abhängen würden, dort Alkohol konsumierten, Kameras beschädigten und sogar mit Fahrrädern umherfahren würden.