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Soziale Hilfe

Stadt verlängert Vertrag für die Betreuung Obdachloser

Waren / Lesedauer: 2 min

In Waren gibt es aktuell zwölf Menschen, die obdachlos sind. Ein Dach über dem Kopf haben sie trotzdem.
Veröffentlicht:09.02.2024, 12:06

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Seit dem Jahr 1996 kümmert sich der Verein schon um die Menschen, die keine feste Adresse haben. Jetzt soll der Vertrag mit dem Perspektive-Verein in Waren für die Betreibung der Obdachlosenunterkunft verlängert werden. Wie Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) informierte, werden aktuell zwölf Obdachlose durch den Verein betreut. Die Unterkunft befindet sich in der Teterower Straße.

Kommunen haben mit Waren Vereinbarung geschlossen

Die Obdachlosen, die dort ein Dach über dem Kopf erhalten, werden auch aus den umliegenden Ämtern und Gemeinden Malchow, Röbel, Malchin, Seenlandschaft Waren und Penzlin zugewiesen.  Dafür wurden entsprechende Vereinbarungen geschlossen. Wie Norbert Möller sagte, hätten auch weitere Kommunen ihr Interesse an einer Beteiligung an der Obdachlosenunterkunft gezeigt. Eine eigene Unterkunft für obdachlose Menschen vorzuhalten, ist für die meisten Kommunen in der Region unsinnig, weil der Bedarf dafür zu gering ist.

Verein wurde 1990 gegründet

Der Verein Perspektive e.V. wurde 1990 gegründet, erhielt 1992 die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe und 1993 die Anerkennung als anerkannter Betreuungsverein. Der Verein ist in der Müritzregion Träger der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle, ist in den Hilfen zur Erziehung und der Jugendarbeit tätig und setzt das Betreuungsgesetz um. Darüber hinaus gibt es mit der Ambulanten Demenzbegleitung seit 2016 ein weiteres Betreuungsangebot.

Im nicht öffentlichen Teil der Stadtvertretersitzung im vergangenen Dezember hätten die Stadtvertreter auf Vorschlag der Verwaltung entschieden, die Zusammenarbeit mit dem Verein fortzusetzen und die Betreibung der Unterkunft erneut an die Perspektive zu vergeben. "Dem Verein liegt der Vertragsentwurf vor. Dieser soll kurzfristig durch den Vorstand und durch mich unterzeichnet werden", sagte Möller. 

Immer mehr Obdachlose in Deutschland

Wie aus einer Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes vom August 2023 hervorgeht, waren zum Stichtag 31. Januar 2023  nach den Meldungen von Kommunen und Einrichtungen in Deutschland gut 372.000 Personen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht. 2022 waren es 178.000. Dieser Anstieg sei zum Teil auf eine Verbesserung der Datenmeldung durch die beteiligten Stellen im zweiten Jahr der Statistikdurchführung zurückzuführen. Des Weiteren wurden 2023 knapp 130.000 geflüchtete Personen aus der Ukraine in der Statistik erfasst, die 2022 nach Deutschland gekommen sind. Im Bundesländervergleich waren im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen mit 84.690 Personen die meisten Personen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht, gefolgt von Baden-Württemberg mit 76.510 Personen und Berlin mit 39.375 Personen. Am wenigsten untergebrachte Wohnungslose wurden zum Stichtag für das Saarland (2805 Personen), Sachsen-Anhalt (1980 Personen) und Mecklenburg-Vorpommern (1 195 Personen) gemeldet.