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Warener Traditionsbetrieb

Unternehmensnachfolger kommt aus der Region

Waren / Lesedauer: 3 min

Eine Unternehmensnachfolge im ländlichen Raum glückt nicht immer. In Waren ging ein Wechsel reibungslos über die Bühne. Und während sich das Gründer-Ehepaar in den Ruhestand verabschiedet, hat der Nachfolger schon konkrete Pläne.
Veröffentlicht:02.10.2021, 15:27

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Unternehmer Torsten Sternberg aus der Mecklenburgischen Schweiz tritt in große Fußstapfen. Hinterlassen haben diese Rita und ihr Mann Karl-Otto Mielke. Seit 2002 haben sie mit dem Aufbauten-Service (ABS) Mielke ein Warener Traditionsunternehmen aufgebaut. Doch das Gründerehepaar Mielke verabschiedet sich kurz vor dem 20-jährigen Firmenjubiläum in den wohl verdienten Ruhestand. Die Geschicke führt nun Sternberg fort.

Warener Standort wird Niederlassung

Der gründete bereits 1992 seinen eigenen etwa 40-köpfigen Betrieb in Jördenstorf bei Teterow. Als langjähriger Geschäftsmann bestand Kontakt zu Mielkes. Als diese schließlich einen Nachfolger suchten, fiel die Wahl auf den 54-jährigen Chef von Sternberg Baumaschinen. Der „Neue” möchte aus dem Warener Betrieb seine Niederlassung machen und Angebote für Bau-, Forst- und Landwirtschaft parat halten. Die bisherigen vier Angestellten, die Mielkes beschäftigten, wurden inzwischen von Sternberg übernommen.

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Firmenmitbegründer tüfelte an Konstruktionen für Aufbauten

Mielkes Unternehmen ging aus der Forsttechnik Waren hervor. Diplom-Ingenieurin Rita Mielke leitete von Anfang die Geschäfte, kümmerte sich um die Kalkulation. Ihr Mann Karl-Otto widmete sich der Konstruktion und Produktion von Lkw-Aufbauten und Anhängern. Auf dem Gelände in der Warensdorfer Straße wurde selbst getüfelt und gebaut. Beispielsweise sogenannte Kurzholzzüge. Mit denen werden Stämme von Holzlastern aus dem Wald zum Sägewerk befördert. Aber auch Stückgutkräne oder Pritschenaufbauten wurden in Waren deutschlandweit, meist aber für regionale Interessenten, produziert.

Aufbauten werden in Waren nur noch montiert und repariert

Mit der „Sternberg-Ära” verlagert sich das bisherige Geschäftsfeld etwas. Der Jördenstorfer setzt den Schwerpunkt auf Verladetechnik wie Teleskoplader, Schüttguttechnik, Baumaschinen und anderes mehr. Aufbauten, wie sie Mielkes fertigten, werden nun im Heilbad nicht mehr produziert. Der Service für bestehende Technik bleibt jedoch erhalten. Verträge mit Fahrzeugbauern und Zulieferern sind geschlossen. Das führt künftig dazu, dass auf dem nun ehemaligen ABS-Gelände Technik montiert oder repariert wird.

Geschäftsführer Torsten Sternberg kann dem zusätzlichen Standort schon etwas Positives abgewinnen: „Wir haben einen Lehrling aus Moltzow. In Fällen wie diesen haben wir nun zwei mögliche Ausbildungsstandorte”, freute sich der 54-Jährige zur symbolischen Übernahmefeier am 2. Oktober. So könnten Azubis in bestimmten Fällen die kürzeren Wege zur Ausbildung antreten.

Sohn des Gründerehepaares bleibt Werkstattleiter

Auf Kräne beziehungsweise Kranaufbauten war das Unternehmen aus der Mecklenburgischen Schweiz bis 2020 zwar weniger ausgerichtet. „Wir sind aber seit 2020 Servicestützpunkt in dem Bereich geworden”, erklärte der neue Chef. Durch die Zusatzkompetenzen kann das regionale Unternehmen nun auch Service für bestimmte Maschinenbauunternehmen wie Palfinger übernehmen.

Der Sohn der Mielkes, Torsten Mielke, wird künftig als Werkstattleiter Ansprechpartner am Warener Standort bleiben. Und künftig, so Sternberg, soll dort auch ein Pool an Miet-Technik mit Lkws und Anhängern entstehen.

Gewerbesteuerwegbruch für Stadt Waren möglich

Ob das Heilbad Waren nun geringere Gewerbesteuereinnahmen fürchten muss, ist noch nicht ganz klar. Grundsätzlich entrichtet ein Unternehmer die Gewerbesteuer für sein Unternehmen am Ort des Hauptsitzes – und das ist Jördenstorf.

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