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Zeugen gesucht

Fußball–Fans attackieren Jugendliche auf Rügen mit Böller

Bergen/Waren/Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Abreisende Fußball–Fans des SV Waren 09 haben drei Jugendliche in Bergen erst verbal und dann mit einem Böller angegriffen. Zwei Mädchen wurden verletzt.
Veröffentlicht:20.03.2023, 13:00

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Am Sonntagnachmittag griffen abreisende Fußball–Fans des SV Waren 09 nach einem Fußballspiel eine Gruppe von Jugendlichen erst verbal und dann mit einem Böller an. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Demnach wurden die drei Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren zunächst auf dem Bahnhofsvorplatz in Bergen auf der Insel Rügen verbal attackiert. Auf dem Weg zum Bahnsteig warfen die Angreifer den Jugendlichen in der Tunnelunterführung einen Böller hinterher. Der laute Knall führte bei zwei jungen Frauen aus der Gruppe zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

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Im Anschluss entfernten sich die Täter mit dem Zug in Richtung Stralsund. Herbeigerufene Beamte der Bundespolizeiinspektion Stralsund leiteten umgehend Fahndungsmaßnahmen ein.

Aufgrund von detaillierten Personenbeschreibungen konnten die Angreifer auf dem Hauptbahnhof Stralsund durch Bundespolizisten gestellt werden. Gegen die Jugendlichen und jungen Männer im Alter zwischen 14 und 32 Jahren aus Waren und Neubrandenburg wurden Strafanzeigen aufgenommen.

Dass die mitgereisten Fans nach der 7:1 Niederlage enttäuscht waren, könne der Trainer der 1. Herrenmannschaft des SV Waren 09, Henning Muske, durchaus verstehen. „Doch solche Szenen sind nicht in Ordnung, schon gar nicht, wenn Kinder oder Jugendliche zur Zielscheibe werden‟, sagte Henning Muske dem Nordkurier.

Der Vorfall in Bergen soll jetzt auch im Vorstand besprochen werden, wie der Abteilungsleiter Fußball, Christian Bülow, dem Nordkurier sagte. Welche Maßnahmen man gegen die Fans ergreifen werde, müsse besprochen werden. Sogar ein Stadionverbot sei denkbar. „Solche Fans braucht der SV waren 09 nicht‟, sagte Bülow, der auch nach Bergen zum Auswärtsspiel mitgereist war. Der Verein engagiere sich stark in der Jugendarbeit und vermittle den Kindern, wie man mit Niederlagen umgeht. „Gewalt gehört nicht in den Sport. Wir bedauern das, entschuldigen uns als Verein bei den Betroffenen. Ich hatte gehofft, dass dieser Kelch an uns vorbei geht‟, sagte Christian Bülow.

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Die Ermittlungen der Bundespolizei dauern an. Wer sachdienliche Hinweise zum Sachverhalt geben kann oder wer am Sonntag selbst Opfer einer Straftat dieser Tätergruppe geworden ist, wird gebeten sich bei der Bundespolizeiinspektion Stralsund unter der Telefonnummer 03831 284320 oder per E–Mail: [email protected] zu melden. Ferner nimmt auch jede andere Polizeidienststelle Hinweise und Strafanzeigen entgegen.