StartseiteRegionalMüritzWas halten eigentlich die Warener von Windrädern in Sichtweite der Müritz?

Stadtvertretung verschoben

Was halten eigentlich die Warener von Windrädern in Sichtweite der Müritz?

Waren / Lesedauer: 3 min

Windräder am Rande Warens – darüber sollen die Bürger jetzt informiert werden. Dafür wird im Heilbad an der Müritz sogar eine wichtige Sitzung verschoben.
Veröffentlicht:06.02.2024, 05:54

Artikel teilen:

Vielleicht drehen sich schon bald Windräder ganz nah am Heilbad Waren. Darauf deutet zumindest viel hin, denn Tourismus ist in der Debatte über den Ausbau von Windkraft kein Ausschlusskriterium mehr. Und so wird wohl auch Waren seinen Beitrag zur Energiewende leisten müssen. Im Entwurf des Regionalen Planungsverbands ist nämlich ein 76 Hektar großes Gebiet am Schmachthägener Wald ausgewiesen. Mit einer Höhe von bis zu 240 Metern dürften die Windräder selbst vom Wasser der Müritz aus zu sehen sein und die Warener Stadtansicht verändern, befürchtet Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD).

Meinungen und Sorgen der Bürger gefragt

Wie Möller kürzlich im Stadtentwicklungsausschuss informierte, soll die Stadt bis zum 15. März eine erste Stellungnahme zu der Fläche abgeben. „Das sollten wir gemeinsam als Verwaltung und Politik tun“, sagte Möller. Darum trifft sich der Stadtentwicklungsausschuss am 6. Februar zu einer Sondersitzung um 18 Uhr im Multimediaraum der Friedrich-Dethloff-Schule. Als Gast ist der Leiter des Amtes für Raumordnung und Landesplanung Mecklenburgische Seenplatte, Christoph von Kaufmann, eingeladen.

Die Sitzung des Fachausschusses ist zwar öffentlich, allerdings haben Bürger kein Rederecht zu Themen, die auf der Tagesordnung stehen. Weil es sicherlich nicht nur Informationsbedarf gibt, sondern Menschen auch ihre Meinung sagen und Sorgen loswerden wollen, hat Norbert Möller eine Bürgerinformationsveranstaltung am 21. Februar um 18 Uhr in der Mensa der Regionalen Schule Warens/West geplant.

Dafür wird sogar die Stadtvertretersitzung verschoben. Die rutscht nun vom 21. Februar auf den 11. März.  Dann soll auch über eine Vorlage zum Thema Windkraft abgestimmt werden. "Wir warten aber erst die Sitzung des Fachausschusses und auch die Bürgerveranstaltung ab, bevor wir die Vorlage formulieren", sagte Möller. Eigentlich sei in dieser frühen Planungsphase der Windeignungsgebiete im Verfahren noch keine Bürgerbeteiligung geplant. Zunächst sollen sich erst die Gemeinden äußern.

Seenplatte-Gemeinden werden stark unterschiedlich von Windkraftplänen belastet

Die aktuelle Fläche der Eignungsgebiete im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte beträgt etwa 2389 ha. Das entspricht 0,43 Prozent der Regionsfläche. Dieser Flächenanteil genügt aber nicht, um die nationalen und europäischen Klimaschutzziele zu erreichen. Um bis zum Jahr 2045 die Treibhausgasneutralität in Deutschland sicherzustellen, müssen in der Planungsregion Mecklenburgische Seenplatte bis spätestens zum 31. Dezember 2032 mindestens 2,1 Prozent der Regionsfläche für die Windenergienutzung zur Verfügung gestellt werden. Dies sind 11.541 ha bei einer Größe der Planungsregion von 549.559 ha.

Weil bei dem Entwurf, über den die Mitgliederversammlung des Regionalen Planungsverbands im Herbst 2025 entscheiden wird, die Gemeinden sehr unterschiedlich stark belastet werden, regt sich in einigen Ecken Gegenwind. So auch in der historischen „Park- und Gutslandschaft Fünfseen“, in deren Mittelpunkt die Gemeinde Walow liegt. Hier tauchen fünf potenzielle Windkraftgebiete mit einer Gesamtfläche von insgesamt 772 ha in den Plänen auf.

Bürgermeister Heinz Gerull möchte im Rahmen einer Bürgerversammlung über die Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Mecklenburgische Seenplatte informieren und lädt dazu alle Bürger der Gemeinde Walow einschließlich aller Ortsteile für den 16. Februar um 18 Uhr in das Feuerwehrhaus nach Lexow ein. Bei der Versammlung sollen auch fachliche Ausführungen zur historischen Kulturlandschaft vorgestellt werden.