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AfD-Kandidat Rösler kritisiert Impfstoffverteilung in der Seenplatte

Seenplatte / Lesedauer: 2 min

Die ersten Impfungen fanden in den großen Städten des Landesostens statt. AfD-Landtagskandidat Andreas Rösler findet das nicht nachvollziehbar.
Veröffentlicht:30.12.2020, 12:21

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Die ersten knapp 1000 Impfstoffdosen gegen das Coronavirus sind gerade verbraucht, schon regt sich in der Seenplatte erste Kritik. „Offensichtlich wurde der Osten unseres Landkreises bei der Verteilung der ersten Impfdosen ignoriert oder schlichtweg vergessen”, schreibt Kreistagsmitglied Andreas Rösler (AfD) in einer extra aufgesetzten Pressemitteilung. Rösler ist Direktkandidat für die Landtagswahl 2021.

Wenig Impfstoff für Hotspots?

Drei Amtsgebiete seines Wahlkreises – Stargarder Land, Friedland und Woldegk – bekamen wegen der hohen Inzidenzzahlen als erstes schärfere Corona-Maßnahmen zu spüren. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass ältere Mitmenschen nicht dort mit Schutzimpfungen geschützt werden, wo die Fallzahlen am höchsten sind”, heißt es von Rösler weiter.

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Tatsächlich wurden die ersten zur Verfügung stehenden Impfstoffdosen in Neubrandenburg, Neustrelitz, Waren und Demmin eingesetzt. Für Thomas Diener ist das jedoch kein Grund zur Aufregung. „In Neubrandenburg wohnen ja auch die meisten Menschen. Viel bedauerlicher ist es doch, dass der Landkreis generell nur so wenig Impfdosen für seine über 1000 Einrichtungen erhalten hat”, sagt der Kreistagspräsident, der 2021 für die CDU im selben Wahlkreis wie Rösler um Stimmen werben will.

Es ergebe wenig Sinn, dort zu impfen, wo bereits viele Erkrankte sind. Denn wer sich bereits angesteckt hat, dem bringe der Impfstoff ohnehin nichts – selbst ohne Symptome. Grundsätzlich stärkt Diener der Verwaltung bei der Frage der Impfstoffverteilung den Rücken. „Im Gesundheitsamt sitzen ja nun auch Leute, die sich Gedanken machen.”

„Problematische Sorge um Impfstoff”

Eine Spitze gegen die AfD, deren Vertreter unter anderem bei den Montagsspaziergängen in Neubrandenburg ein „Ende des Maskenzwangs” fordern, kann sich Diener nicht verkneifen: „Gefühlt wird dort dauerhaft in jede Richtung geschossen. Immer aus einem scheinbaren Widerstand heraus”, sagt er. Dass ausgerechnet die Partei, deren Vertreter in der Vergangenheit am lautesten die Gefahr des Virus heruntergespielt haben, sich nun um den Impfstoff sorgt, sei „vielleicht etwas problematisch”, meint Diener.

Rösler geht in seiner Mitteilung die Kreisverwaltung aber auch noch aus einem weiteren Grund an. Der Landrat mauere weiter bei der Bekanntgabe der Fallzahlen nach Ämtern und Städten, kritisiert er. Die Verwaltung begründete das zuletzt mit der Sorge, dass andernfalls in Teilen des Kreisgebietes die Corona-Regeln nicht mehr ernst genug genommen werden würden.

„Mangelnde Transparenz und Aufklärung machen Krisenzeiten menschlich nicht einfacher und erschweren die demokratische Kontrolle durch kommunale Vertreter”, heißt es hingegen von Andreas Rösler, der schnellstens Aufklärung fordert – über die Zahlen und die Verteilung der Impfdosen.