StartseiteRegionalNeubrandenburgBurg Stargard prüft neue Tourismus-Offensive

Stadtentwicklung

Burg Stargard prüft neue Tourismus-Offensive

Burg Stargard / Lesedauer: 3 min

Ein streitbarer Antrag der Stargarder CDU soll neue Impulse für den Tourismus in der Kleinstadt setzen. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Burg.
Veröffentlicht:19.11.2022, 07:28

Artikel teilen:

„Prüfung von Maßnahmen der Fremdenverkehrsförderung“ klingt als Begriff zunächst anachronistisch und kompliziert. Doch was sich die CDU-Fraktion in Burg Stargard ausgedacht hat, soll tatsächlich die Zukunft der Kleinstadt deutlich beeinflussen. Kompliziert bleibt die Umsetzung dennoch.

Lesen Sie auch: ▶ In Burg Stargard rauscht die Maß durch

Ein Tourismusbeirat, die Bewerbung als „Tourismusort“, eine bessere Kassierung an der Burganlage und ein touristisches Leitsystem – die größte Fraktion hat die Köpfe zusammengesteckt, um der Verwaltung einige Prüfaufträge an die Hand zu geben. Entsprechend ließ sie im Nachgang der Stadtvertretersitzung in einer Mitteilung verkünden, dass auf Antrag der CDU „die touristische Entwicklung in Stadt und Amt verstärkt in den Blick“ genommen wird.

CDU wollte offenbar keine Diskussion

Naturgemäß verschwiegen wurde dabei die Debatte, die sich um den Antrag spannte. Im Fachausschuss wollte die Fraktion nach Angaben der übrigen Stadtvertretung gar nicht erst über die Vorschläge diskutieren, Teile der Linken, die AfD und die Wählergruppe Stargard 2030 fühlten sich „überrumpelt“, wie es Andreas Rösler nannte. „Das entspricht nicht meinem Verständnis vom demokratischen Miteinander“, pflichtete die zuständige Wirtschaftsausschussvorsitzende Katja Sievert bei.

Lesen Sie auch: AfD bleibt draußen stehen – Eklat in Burg Stargard

Wenngleich sich alle Stadtvertreter einig zu sein scheinen, dass Burg Stargard touristisch eine Schippe drauflegen müsste. Ein AfD-Änderungsantrag, mit dem die CDU-Fraktion und der Bürgermeister Tilo Lorenz (CDU) als angeblich Verantwortliche „für die nicht behobenen und entstandenen Missstände“ festgeschrieben werden sollten, kam wenig überraschend nicht durch. Dass das Anliegen der CDU sich dann sogar ohne Gegenstimme durchsetzte, war einem bestimmten Kniff zu verdanken. Die Christdemokraten zogen die „Umsetzung“ aus dem Beschluss zurück, so handelt es sich zunächst um reine Prüfaufträge. Das erscheint sachlich sinnvoll und tatsächlich von weitreichender Bedeutung. Denn so setzte die Stadtvertretung ein geschlossenes Zeichen dafür, den Gästen ihren Besuch etwas angenehmer zu machen.

Einigkeit, dass auch Innenstadt attraktiv sein muss

„Für eine möglichst erfolgreiche touristische Entwicklung, die nicht nur unseren Besucherinnen und Besuchern, sondern auch den Menschen hier vor Ort zugutekommt, ist es erforderlich, die Sanierung von Stadtkern und Burganlage auch künftig besser in Einklang zu bringen“, ließ sich der CDU-Vorsitzende Ulf Gohrs im Nachgang zitieren.

Lesen Sie auch: Krummes Haus in Burg Stargard in Schieflage

Denn es brauche neben der Burg eben auch eine attraktive Innenstadt, diesbezüglich liegt die Fraktion mit der Verwaltung ganz auf einer Wellenlänge. Ein Beirat könnte zudem für Bürgerbeteiligung sorgen und die Bewerbung als „Tourismusort“ hatten gerade erst die christdemokratischen Parteikollegen in Neubrandenburg ebenfalls durchgesetzt.