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DDR-Unrecht

CDU will Stasi-Gefängnis als Gedächtnisort erhalten

Neubrandenburg / Lesedauer: 1 min

Die CDU-Fraktion sieht die rot-rote Landesregierung in der Pflicht, dass der SED-Diktatur und deren Folgen in Neubrandenburg angemessen und mahnend gedacht wird.
Veröffentlicht:06.12.2023, 18:35

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Die CDU-Landtagsfraktion setzt sich für einen Gedächtnisort in der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Neubrandenburg ein. Das Land als Eigentümer müsse dafür Sorge tragen, dass zumindest ein Teil der Bausubstanz weiterhin an ein dunkles Kapitel der jüngeren deutschen Geschichte erinnere, teilte die kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Katy Hoffmeister, im Anschluss an einen gemeinsamen Besuch des leerstehenden Gefängnis-Komplexes mit dem Abgeordneten Daniel Peters mit.

Ort zum gemeinsamen Erinnern gefordert

Dass das Land die Fläche samt Liegenschaften gern an die Stadt Neubrandenburg verkaufen möchte, ist nach den Worten der Christdemokratin mit Blick auf die angespannte Haushaltslage des Landes „nachvollziehbar“. Und auch aus Sicht der Stadt Neubrandenburg, die auf den Flächen gern Wohnungsneubau vorantreiben wolle, biete sich der Kauf an. Das widerspreche aber nicht ihrem Ansinnen, zumindest einen Teil der Liegenschaft als Ort des gemeinsamen Erinnerns zu erhalten.

Nach Auffassung der ehemaligen Justizministerin sollte das Land Mecklenburg-Vorpommern, hier speziell das Finanz- und das Wissenschaftsministerium, einen Schritt auf die Entscheidungsträger in Neubrandenburg zugehen. Gemeinsam mit Opferverbänden und wissenschaftlicher Begleitung müsse ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des Areals und der Liegenschaften auf den Weg gebracht werden.

Seit drei Jahren begleiten die Hochschule Neubrandenburg, die Geschichtswerkstatt Zeitlupe und die Stadt Neubrandenburg eine öffentliche Diskussion um Möglichkeiten des Gedenkens an Repression und Stasi-Haft in Neubrandenburg, wo sich bis 1989 der größte Verwaltungskomplex des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) mit über 1000 Mitarbeitern außerhalb Berlins befand. Die Neubrandenburger Stadtvertretung beschloss Ende 2022 ein fünfjähriges Moratorium für das ehemalige Gefängnis, das in Besitz des Landes ist.