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Stadtentwicklung

So sieht es bald am Neubrandenburger Bahnhof aus

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

In anderen Städten sind Bahnhofsquartiere Problemviertel, in Neubrandenburg soll aus einem Schandfleck ein Vorzeigeprojekt werden. Und so sieht es da künftig aus.
Veröffentlicht:22.12.2023, 18:30

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Der Siegerentwurf für den Umbau des denkmalgeschützten Lokschuppen-Areals am Neubrandenburger Bahnhof zum Digitalen Innovationszentrum (DIZ) steht fest. Als „beste Mischung aus zukunftsfähiger Neugestaltung“ des Areals und Denkmalschutz habe die Jury mit deutlicher Mehrheit den Entwurf der AFF Architekten aus Berlin gewertet, wie die Vier-Tore-Stadt (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) am Freitag mitteilte. Entwürfe von fünf Büros waren bei dem Ideenwettbewerb eingereicht und am Mittwoch öffentlich präsentiert sowie diskutiert worden. Am Donnerstag entscheid die Jury.

Bürgermeister spricht von Meilenstein

Nach Auffassung des mit Experten besetzten Gremiums konnte der Siegerentwurf mit einer „zurückhaltenden, aber dennoch modernen Neuordnung“ der Fassaden und Innenräume überzeugen. Den Nerv der Jury traf auch das vorgeschlagene modulare und hochflexible Holzbausystem zum Innenausbau.

So präsentiert sich aktuelle das Lokschuppen-Areal am Neubrandenburger Bahnhof. Dort fanden in diesem Jahr erste Abriss- und Grünschnitt-Arbeiten statt. Betreten ist verboten.  
So präsentiert sich aktuelle das Lokschuppen-Areal am Neubrandenburger Bahnhof. Dort fanden in diesem Jahr erste Abriss- und Grünschnitt-Arbeiten statt. Betreten ist verboten.   (Foto: Mirko Hertrich)

Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) teilte am Freitag mit: „Mit dieser Entscheidung ist ein weiterer Meilenstein für die zukünftige Nutzung des Lokschuppen-Areals als digitales Zentrum unserer Stadt gelegt. Der Gestaltungsentwurf ist innovativ und lässt die alte Bausubstanz gleichzeitig neu aufleben.“

Das leerstehende Lokschuppen-Areal nördlich vom Bahnhof war über Jahre dem Verfall preisgegeben und zugewuchert. Das Gelände war als Standort für den Ersatzneubau der Neubrandenburger Schwimmhalle favorisiert worden, neuer Standort wird aber nach dem Willen der Stadtvertretung der Divi-Parkplatz am Stargarder Tor. Der Bau einer Schwimmhalle auf dem kontaminierten Boden war schon 2015 Bestandteil der Pläne zur Wiederbelebung des gesamten Lokschuppen-Areals. Die Stadt hatte das Gelände 2014 von der Bahn erworben, weil ein Neubrandenburger Unternehmer dort unter anderem auch eine Schwimmhalle errichten wollte.

Ausstellung im Rathaus

Aufgabe der Planungsbüros bei dem Wettbewerb war es jetzt, Ideen zur Gestaltung der Freiflächen einzureichen, die den Raum öffentlich erlebbar machen und zudem eine neue Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Vogelviertel schaffen. Entscheidend sei aber vor allem die Empfehlung der beteiligten Büros zum Umgang mit der denkmalgeschützten baulichen Substanz gewesen, hieß es. Sie sollte eine hohe Flexibilität für die Nutzung bieten und innovative Raumideen vorschlagen.

Nach Auffassung Jury konnte der Siegerentwurf mit einer "zurückhaltenden, aber dennoch modernen Neuordnung" der Fassaden und Innenräume überzeugen. Das Büro punktete auch mit einem modularen und hochflexiblen Holzbausystem zum Innenausbau.
Nach Auffassung Jury konnte der Siegerentwurf mit einer "zurückhaltenden, aber dennoch modernen Neuordnung" der Fassaden und Innenräume überzeugen. Das Büro punktete auch mit einem modularen und hochflexiblen Holzbausystem zum Innenausbau. (Foto: AFF Architekten)

Alle Wettbewerbsbeiträge werden laut Pressemitteilung 2024 im Rathaus-Foyer für die Öffentlichkeit ausgestellt, bevor es an die konkrete planerische Konkretisierung der siegreichen Idee geht. Im Folgenden werde die Vision im politischen Raum sowie bei Fördermittelgebern präsentiert. Die Sicherung der Finanzierung ist laut Stadt „der nächste wesentliche Schritt“ auf dem Weg zur Umsetzung dieser Vision, dabei kann sich das Rathaus aus den besten Vorschlägen bei dem Ideenwettbewerb bedienen. 

Realisierung bis 2032

Zur Planung des Millionenprojekts hat die Vier-Tore-Stadt bereits rund 3,5 Millionen Euro an Fördermitteln vom Land bekommen. Das DIZ in Neubrandenburg ist eines von sechs solcher Einrichtungen, welche die Landesregierung an den Hochschulstandorten Rostock, Stralsund, Greifswald, Neubrandenburg sowie Wismar und in der Landeshauptstadt Schwerin aufbaut, um die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen, aber auch bei Bürgern voranzubringen.

Neben dem altem sowie dem neuem Ringlokschuppen mit Drehscheibe stehen auch die Werkstatt, die Wasserstürme und ein Stellwerk auf der Denkmalliste der Stadt Neubrandenburg. 
Neben dem altem sowie dem neuem Ringlokschuppen mit Drehscheibe stehen auch die Werkstatt, die Wasserstürme und ein Stellwerk auf der Denkmalliste der Stadt Neubrandenburg.  (Foto: Mirko Hertrich)

OB Silvio Witt geht davon aus, dass 2025 und 2026 mit der Vergabe der Bauleistungen und deren Umsetzung begonnen werden kann. Er habe bereits 2022 gesagt, „wir werden uns zehn Jahre mit dem Projekt beschäftigen“. Entsprechend werde voraussichtlich 2032 das gesamte Areal mit DIZ sowie Wohnungen und Gewerbe fertig sein.