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Das wünscht sich Altentreptows Jugend am meisten

Altentreptow / Lesedauer: 4 min

Altentreptows Schüler haben sehr klare Vorstellungen darüber, was sich in der Stadt ändern muss. Und sie bieten sogar ihre tatkräftige Hilfe an. Doch es gibt noch mehr Wünsche.
Veröffentlicht:11.06.2022, 18:48

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Bei der Frage, was sie sich am meisten in Altentreptow wünschen würden, müssen die Jugendlichen nicht lange überlegen: „Ein Platz, an dem wir uns mit Freunden treffen können, wo sich keine Anwohner gestört fühlen, wenn die Musik vielleicht doch mal etwas lauter ist. Genau so etwas fehlt hier“, sagte Paskal Rojahn, der mit Mitschülern in einer Arbeitsgruppe in der Aula der roten Schule über mögliche Projekte zur Jugendbeteiligung diskutierte. Und seine Mitstreiter stimmten ihm da voll zu.

Jugendliche würden bei Arbeitseinsätzen helfen

Der Jugendtreff ist ein Vorschlag, der momentan ohnehin schon ganz oben auf der Agenda der Verwaltung steht, um für die junge Generation nach dem Abriss des früheren Jugendclubs wieder einen Rückzugsort zu schaffen. Und die Stadt sei auf einem guten Weg, die favorisierte Fläche für den „Platz der Jugend“ unweit der Tollense auch vom Bauordnungsamt des Landkreises genehmigt zu bekommen, wie Bürgermeisterin Claudia Ellgoth bei der Sitzung verriet. „Es sind zwar noch einige Absprachen notwendig, aber wir hoffen, dass unsere Bauvoranfrage positiv ausfällt“, sagte die Rathauschefin.

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Auch wenn seitens der Stadt noch nicht feststeht, in welcher Form die neue Wohlfühloase gestaltet werden soll, haben die Sechst- bis Neuntklässler von der KGS und der Regionalen Schule Tützpatz bereits konkrete Vorstellungen. So sollte der Jugendtreff mindestens über einen beheizbaren Raum verfügen, der ganzjährig genutzt werden kann. Sie wären nach eigener Aussage sogar bereit, bei mehreren Arbeitseinsätzen selbst mit anzupacken und das spätere Objekt entsprechend zu pflegen.

Gastronomen haben keine Kapazitäten für Imbiss

„Uns ist es wichtig, dass es überhaupt klappt und nicht so lange dauert, wie mit der Badestelle, von der schon seit Jahren geredet wird“, sagte Angelina Knak. Da es vor Ort keine Möglichkeit gibt, würden sie und ihre Mitschüler in den Sommermonaten immer in das nächstgelegene Waldbad nach Stavenhagen fahren. Max Matthes findet es hingegen sehr schade, dass es der Stadt bislang nicht gelungen ist, am Klosterberg wenigstens einen mobilen Imbisswagen aufzustellen, wenn es mit der eigentlich vorgesehenen Ausflugsgaststätte schon nicht geklappt hat.

Doch das sei leichter gesagt als getan, wie die Rathauschefin sagte. „Wir haben mit mehreren ortsansässigen Gastronomiebetrieben darüber gesprochen, aber da nach der langen Corona-Pause nun wieder überall so viele Veranstaltungen stattfinden, haben sie nicht die personellen Kapazitäten dafür.“ Heißt im Klartext: Außerhalb der in den kommenden Wochen geplanten Events wird es in Treptows grüner Lunge für Besucher vorerst keine Möglichkeit geben, vor Ort Kaffee, Kuchen, Eis oder eine Bratwurst zu bekommen.

Auch Schüler aus dem Umland sollten mitreden

An einem Veranstaltungsformat schienen die Jugendlichen im Übrigen besonders großes Interesse zu haben: dem Open-Air-Kino. Doch dafür fehlt der Stadt momentan noch das technische Equipment. Stattdessen soll es demnächst einen Kinoabend an der Kirchenwand geben. „Aber wenn ihr wollt, könnt ihr gerne auch mal hier in der Aula euer eigenes Kino-Event veranstalten. Um die Organisation müsstet ihr euch dann aber selbst kümmern“, bot die Bürgermeisterin an.

Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Isabel Posel, hatte hingegen noch einen ganz anderen Wunsch. Im Interesse der Jugendlichen sollte die von den Fraktionen angestoßene Beteiligung nicht nur eine einmalige Sache bleiben, sondern dauerhaft fortgeführt werden. „Ich denke, es wurde heute mehr als deutlich, dass die jungen Leute großes Interesse daran haben, ihre Stadt aktiv mitzugestalten, und bereit sind, selber Verantwortung für bestimmte Projekte zu übernehmen“, meinte die Schulsozialarbeiterin der KGS und schlug gleichzeitig vor, künftig auch die Schüler aus den umliegenden Gemeinden verstärkt in den Beteiligungsprozess mit einzubeziehen.