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Protest-Aktionen

Demos in MV gegen Politik der Bundesregierung

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Am Montagabend haben in Städten der Region wieder tausende Menschen gegen die aktuelle Politik demonstriert. Vorrangig ging es dabei um die hohen Energiepreise.
Veröffentlicht:19.09.2022, 19:11

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In mehreren Städten in Vorpommern und an der Seenplatte haben am Montagabend wieder Menschen demonstriert. Ziel der Kritik war angesichts der stark gestiegenen Energiepreise meist die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung. Hohe Teilnehmerzahlen wurden unter anderem aus Wismar mit etwa 1400, Parchim mit 1000, Ludwigslust mit 800 und Güstrow mit 700 Teilnehmern gemeldet.

In Neubrandenburg wollten die Demonstranten von der Innenstadt aus in den Neubrandenburger Westen ziehen und dort durch das Rostocker Viertel. Nach der großen Demonstration vergangenen Donnerstag hatten die Organisatoren mit viel Zulauf gerechnet, die Polizei zählte rund 660 Teilnehmer. Damit befand sich die Teilnehmeranzahl ungefähr auf dem Niveau der Vorwoche, am Montag zuvor waren nach Polizeiangaben 650 Menschen bei dem "Spaziergang" dabei.

Der „Unternehmer-Aufstand” vergangene Woche und der Autokorso hatten zusammengenommen knapp 3000 Menschen zum Protest bewegt. Mehrfach war dabei auch zu der Teilnahme an den Montagsdemos aufgerufen worden.

Mehr zum Thema: Autokorso und Demo halten Neubrandenburg in Atem

Mehr als 600 Menschen – und damit in etwa doppelt so viele wie in der Vorwoche – kamen am Montag Abend in Waren zu einer Protestkundgebung zusammen. Die Unzufriedenheit richtete sich laut einer Ansprache des Initiators Markus Häcker gegen die Energiepolitik, die Sanktionen gegen Russland und die steigenden Energiekosten. Die Gaspreise seien inzwischen bis aufs Neunfache angestiegen, und die Firmenpleiten nähmen deutlich zu.

Während der Kundgebung wurde des weiteren das Fehlen konkreter Hilfszusagen seitens der Politik bemängelt. Unverbindliche Absichtserklärungen nach dem Motto: "Niemand wird allein gelassen" würden niemandem helfen. Mit Bedauern nahmen die Initiatoren zur Kenntnis, dass sich vergleichsweise wenige junge Leute unter den Versammelten befanden. Dabei gehe es doch um ihre Zukunft. Da müsse man sich mehr anstrengen, diese Gruppe zu erreichen. Im Anschluss an die Kundgebung machten sich die Teilnehmenden zu einem "Spaziergang" um die Warener Altstadt auf – auf vielfachen Wunsch, wie Initiator Häckel betonte. 

Proteste auch in Vorpommern

Ein stiller Protest der CDU auf dem Marktplatz leitete den Montagabend in Anklam ein. Die Politiker demonstrierten damit gegen die aktuelle Energiepolitik. An der Aktion unter dem Motto „Unser Leben muss bezahlbar bleiben” nahmen geschätzt 200 Teilnehmer teil. In Penkun hat die Anzahl der Demo-Teilnehmer deutlich zugenommen: Laut Veranstalter Heinz Timm kamen mehr als 30 Menschen auf dem Marktplatz zusammen.

In Torgelow protestierten am frühen Abend unter dem Motto „Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung“ rund 60 Menschen aus der Uecker-Randow-Region, die einen Umzug durch die Stadt machten. Eine Kundgebung fand nicht statt. Teilnehmer der Demo äußerten ihr Unverständnis über die Politik der Bundesregierung und die hohen Preise für Energie.

Die Regierung „fahre die Wirtschaft an die Wand“, sagte eine Teilnehmerin. Ein Rentner erklärte, er habe weit über 40 Jahre in die Sozialsysteme eingezahlt, nun würde die staatliche Rente nicht ausreichen, um sein Leben zu bestreiten. Die Organisatorin der Veranstaltung kündigte an, man wolle für die kommende Woche die Torgelower Bürgermeisterin Kerstin Pukallus (parteilos) einladen, an der Demonstration teilzunehmen und ihre Haltung zum Thema zu erklären.

Wegen der Energiekrise und der Inflation sind in Schwerin laut Polizei rund 4500 Menschen zu Protesten zusammengekommen. Dies teilte ein Sprecher der Polizei am Abend auf Nachfrage mit. Plakate und Wortmeldungen richteten sich zum einen gegen die wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine erlassenen Sanktionen gegen Russland, als auch gegen die als „rot-grüne Ideologie“ bezeichnete Politik der Bundesregierung.

Der Protest richtete sich auch gegen die Corona-Maßnahmen. Nach Beobachtungen eines dpa-Reporters demonstrierten vor allem ältere Menschen. Junge Menschen und Familien mit Kindern waren nur vereinzelt anwesend.

Weitere Proteste wurden in Neustrelitz, Barth, Bergen, Grimmen, Greifswald und Ludwigslust registriert.