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Tradition

Der blutige Grund für die Entstehung des Roten Kreuzes

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Seit 1992 erinnert das Rote Kreuz an die Entstehung der Hilfsorganisation. Ehrenamtler aus Vorpommern und der Seenplatte tragen dafür jetzt eine Fackel durch die Region.
Veröffentlicht:14.03.2023, 17:56
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Sie lodert aus einem metallenen Konus heraus, mit einer Kraft, die sie über hunderte Kilometer durch ganz Europa trägt. Ihr Weg ins norditalienische Solferino hat gerade erst begonnen und führt in diesen Tagen zunächst durch den Nordosten. Denn auch hier beteiligen sich Akteure des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Fiaccolata — einem internationalen Fackellauf, der zum Ursprungsort der Hilfsorganisation führt.

Tradition reicht bis 1992 zurück

Auch Greifswald am Donnerstag und Neubrandenburg am Freitag gehören zu den Stationen der symbolträchtigen Reise. Der Neubrandenburger DRK–Kreisverband beteiligt sich zum ersten Mal an der Fiaccolata, deren Tradition in Italien bis 1992 zurückreicht und immer mehr Länder entflammte mit dem Anliegen, in einer Art Staffellauf ein „Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“ von Ort zu Ort weiterzugeben.

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„Für Außenstehende ist es ein Licht. Für uns ist es Ausdruck unserer Verbundenheit in der Idee des DRK“, sagt Jan Kolander. Er ist Ehrenamtskoordinator des DRK–Kreisverbandes Nordwestmecklenburg, der die Fackel vom benachbarten Landesverband Schleswig–Holstein übernommen hat. Über Schwerin, Güstrow und Rostock reist sie — mit einem Schlenker über Röbel zum Redaktionstreffen des mecklenburg–vorpommerschen „Rotkreuzmagazins“ — nach Ostvorpommern–Greifswald.

Besucher werden selbst Teil der Geschichte

Bei seinem Fiaccolata–Debüt im vorigen Jahr hatte der dortige Kreisverband das Licht mit verschiedenen Fahrzeugen durch mehrere Einrichtungen getragen. Sogar mit einem Einsatzboot des Katastrophenschutzes war die Fackel ein Stück unterwegs. Diesmal macht sie Station bei einer Veranstaltung des DRK–Ortsvereins Greifswald am Donnerstag um 15.30 Uhr im Senioren–Service–Haus in der Karl–Krull–Straße. Dort berichten zwei Rotkreuzler von ihren Entdeckungen und Erlebnissen während einer Bildungsreise „Auf den Spuren des Roten Kreuzes“ nach Solferino, Genf und an den Bodensee laden sie bei Wein und italienischem Gebäck zum Gespräch über Geschichte und Idee des Roten Kreuzes sowie seine heutigen Aufgaben ein. So „werden die Besucher selbst Teil der Geschichte“, sagt Verbandssprecherin Franziska Krause. Auch an der Einsatzbasis des Katastrophenschutzes wird die Fackel einen Stopp einlegen und dann am Freitagvormittag in Neubrandenburg eintreffen. 

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In der Seenplatte–Kreisstadt wird das Licht am Freitag um 9 Uhr in der Robert–Blum–Straße am Sitz des Kreisverbands eintreffen und um 10 Uhr am Friedländer Tor von Abgesandten des Rettungsdienstes und der DRK–Kita an den stellvertretenden Oberbürgermeister Peter Modemann übergeben, kündigt Sprecherin Julia Gornig an. Noch am selben Tag geht die Reise weiter: Ganz im Süden der Seenplatte, in Wesenberg, nehmen Akteure der Rheinsberger Wasserwacht für den Kreisverband Gransee/Ostprignitz–Ruppin die Fackel entgegen. 

DRK geht auf einer der blutigsten Schlachten Europas zurück

Zu Fuß, mit Rettungswagen, per Oldtimer, Fahrdienst oder Sanitätszug soll sie schließlich am 24. Juni in Solferino eintreffen: am Jahrestag einer der blutigsten Schlachten der europäischen Geschichte, bei der 1859 an einem einzigen Tag mehr als 6000 Menschen getötet und weitere 25.000 verwundet wurden. Unter diesem Eindruck begann der Schweizer Geschäftsreisende Henry Dunant spontan mit der Organisation von Hilfsmaßnahmen und später mit eindringlichen Bemühungen, die 1863 schließlich zur Gründung des Roten Kreuzes als älteste internationale Hilfsorganisation führten. „Diese gebündelte Kraft ist es, die Haupt– und Ehrenamtliche des DRK heute noch antreibt“, heißt es dazu aus dem Landesverband. „Zusammen sind wir stärker und können mehr bewegen als allein.“