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Nachwuchskünstler

Die Kunst brachte ihn von Friedland nach Dresden

Friedland/Dresden / Lesedauer: 3 min

Oskar Loll war Schüler an der Neuen Friedländer Gesamtschule. Heute lebt der Nachwuchskünstler in Dresden. Seine Heimat will er allerdings nie vergessen. 
Veröffentlicht:10.02.2024, 15:12

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Nur fünf Prozent des Kunststudiengangs werden es schaffen, ihre eigene Kunst so erfolgreich zu verkaufen, dass sie davon leben können. Das weiß Oskar Loll aus seinem Studium. Für ihn ist das weitere Motivation. Er will es schaffen.

Geboren wurde Oskar Loll in Neubrandenburg und gelebt hat er bis zu sechsten Klasse in Woldegk.  Und er hatte auch eine genaue Vorstellung von seinem Leben. „Ich wollte eigentlich Tierarzt werden“, sagt der 20-Jährige. Für Kunst interessierte er sich damals schon. Er merkte, dass er ein Talent hat. „Mir fiel das alles leichter als den anderen“, erzählt er. Auf der Neuen Friedländer Gesamtschule (NFG)  lernte er, dass aus seinem Talent wirklich ein Beruf werden könnte. 

Schule wies den Weg in die Kunst

Die Friedländer Gesamtschule legt nämlich viel Wert darauf, dass junge Talente gefördert werden, erzählt der Kunststudent. Außerdem war die Schule auch gut ausgestattet, sodass es sich viel ausprobieren konnte. „Ohne die Schule wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Es braucht manchmal Leute, die einem sagen: 'Du kannst das und Du schaffst das'“, führt er weiter aus. Für ihn waren das insbesondere seine Kunstlehrerin, Marion Ulrich, und seine Mutter. Beide hätten ihn immer unterstützt.

Ein Porträt aus Ton modelliert. Noch ist die Arbeit abgedeckt.
Ein Porträt aus Ton modelliert. Noch ist die Arbeit abgedeckt. (Foto: Oskar Loll)

An der Schule bekam er zudem die Möglichkeit, seine Kunst beim Europäischen Wettbewerb einzureichen. Der Europäische Wettbewerb ist ein Schülerwettbewerb, der Europabildung in die Klassenzimmer bringt. Als ältester Wettbewerb Deutschlands richtet er sich an Schüler aller Altersgruppen und Schulformen.

Mehrfache Auszeichnungen im Wettbewerb

Insgesamt nahm Oskar Loll sechsmal an dem Wettbewerb teil, wobei er fünfmal ausgezeichnet wurde. Auch in diesem Jahr haben die Schüler der NFG an dem Europäischen Wettbewerb teilgenommen. Durch die Unterstützung der Schule und seiner Mutter fokussierte er sich ab der neunten Klasse dann darauf, dass er in der Kunst Fuß fasste. Für ihn ergaben sich dabei zunächst mehrere Möglichkeiten. 

Kunstdesign, Architektur, Kunstlehrer oder doch einfach Künstler? Für Oskar Loll waren das zunächst alles Möglichkeiten. Kunstdesign und Architektur schloss er aus, weil er dabei keine freie Entfaltung haben würde. Denn es wird nach Auftrag gearbeitet und Kundenwünsche gezielt umgesetzt. Kunstlehrer schloss er aus, weil er niemandem für die Kunst ermuntern möchte. „Entweder man liebt das Fach Kunst oder hasst es“, sagt der 20-Jährige absolut. Deshalb wollte er Kunst studieren, um später von der für ihn „schönsten Form, von der eigenen Kunst leben zu können“. 

Die Heimat bleibt Inspiration

In seinen Bildern spiegelt sich die Natur Mecklenburgs auch immer wider. Besonders gern malt er mit Öl Landschaften. Dramatische Sonnenuntergänge und den Himmel über Mecklenburg liegen ihm besonders. 

Auch wenn Friedland und die Mecklenburgische Seenplatte mit ihrer Natur Oskar Lolls Kunst beeinflussen, kann er sich nicht vorstellen, wieder zurückzukommen. Denn in Dresden ist die Kunstszene eine ganz andere und deutlich stärker ausgeprägt, betont Oskar Loll. Seine Heimat will er trotzdem nicht vergessen. „Ein Atelier in MV wäre schön. Vielleicht in der Feldberger Seenlandschaft“, so sein Wunsch.

Erste eigene Vernissage

Am 19. Februar eröffnet Oskar Loll seine erste Vernissage „Da fehlt ein Stück Wand“ ab 18 Uhr im Atrium der Friedländer Gesamtschule. In der möchte er zeigen, was er im Studium gelernt hat und wie schwer es war, den Weg in die Kunst zu finden. Denn Dresden war nicht die erste Universität, an der er sich beworben hatte. An mehreren Unis wurde er abgelehnt. Bis zum 6. April können die Werke des Nachwuchskünstlers in der Gesamtschule (Dr.-Karl-Beyer-Straße 4) betrachtet werden.