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Planespotting

Die Paparazzi von Trollenhagen warten auf die Feuerwehr

Trollenhagen / Lesedauer: 3 min

Fast 20 Jahre lang war Martin Korneck selbst Teil der Luftwaffe. Jetzt beobachtet er mit Begeisterung, was sich aktuell auf dem Neubrandenburger Flugplatz abspielt.
Veröffentlicht:22.06.2023, 05:55

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Auf dem Parkplatz Nummer 4 am Trollenhagener Flughafen warten an diesem bedeckten Mittwochvormittag rund 50 Menschen auf die Feuerwehr. Und das, obwohl es weder brennt noch qualmt oder jemand den Notruf gewählt hat. Aber wenn die Feuerwehr kommt, das wissen hier die meisten, dann kommen auch die Flieger.

Und auf die haben es die Flugzeugfans, genannt Planespotter abgesehen. Einer von ihnen ist Thomas Kröger. Schon die ganze Woche ist er immer wieder am Flughafen und versucht möglichst tolle Bilder von den Militärmaschinen zu bekommen. Doch davor ist Geduld gefragt. „Erst wenn die Feuerwehr hier ist um die Landung abzusichern, kommen auch wirklich die Flieger‟, weiß der Profi. Bis dahin heißt es, Beine vertreten, Kaffee trinken, Kamera checken.

Seit 12. Juni läuft das Großmanöver „Air Defender 2023‟ in Deutschland, an dem 25 Staaten, die meisten davon Mitglieder der Nato, mit 250 Flugzeugen und 10.000 Soldaten beteiligt sind. Einer von drei Übungslufträumen liegt über dem Nordosten, sodass auch hier immer wieder Militärmaschinen teils sehr tief fliegen und in Trollenhagen zwischenlanden. Das zieht sowohl Kritiker der Militärübung aber auch Technik-Fans an.

Thomas Kröger ist schon seit Tagen auf dem Trollenhagener Flugplatz unterwegs. Sein Ziel: Gute Fotos und Videos von möglichst vielen unterschiedlichen Flugzeugen zu schießen.
Thomas Kröger ist schon seit Tagen auf dem Trollenhagener Flugplatz unterwegs. Sein Ziel: Gute Fotos und Videos von möglichst vielen unterschiedlichen Flugzeugen zu schießen. (Foto: Henning Stallmeyer)

Tiefflieger über Podewall

Am Dienstag hat Martin Korneck einen Airbus über sein Haus in Podewall fliegen sehen. Mit dem Handy konnte er noch einen Schnappschuss erzielen, für ein besseres Bild hat er sich mit seiner Spiegelreflex-Kamera am Mittwoch ins Auto gesetzt und wartet mit seiner Frau auf die Flieger. In Trollenhagen kennt sich der Rentner bestens aus. Schließlich war er hier von 1971 bis zur Wende selbst stationiert im Fluggeschwader. „Die Verbundenheit zur Luftwaffe bleibt, da kommen alte Erinnerung hoch‟, schwärmt er, deutet über das Flugplatzgelände und erinnert sich, wie es hier früher ausgesehen hat.

Was geht dort oben eigentlich vor sich? In diesem Artikel erklärt die Luftwaffe Hintergründe ihres Manövers. Im Szenario wurde der Flugplatz Trollenhagen angegriffen.

Kurz vorm Mittag am Mittwoch ist die Landebahn bislang noch verwaist. Thomas Kröger geht die Fotos durch, die er die Woche schon geknipst hat. „Klar will man möglichst verschiedene Flugzeuge fotografieren, das ist schon das Ziel‟, erklärt er seine Motivation, „aber man freut sich einfach, wenn überhaupt eins kommt‟, schiebt er hinterher.

30 Autos parkten am Mittwochmorgen und warteten auf die Militärmaschinen.
30 Autos parkten am Mittwochmorgen und warteten auf die Militärmaschinen. (Foto: Henning Stallmeyer)

Ein bisschen wie ein Paparazzi

Ein bisschen sei das, wie ein Paparazzi, schmunzelt Thomas Kröger, der sich über die Jahre auch immer besseres Equipment geleistet hat. Mittlerweile ist er mit seiner Videokamera samt Stativ und einem Teleobjektiv gut ausgerüstet. für sein Hobby bleibt er aber hier in der Gegend. „Ich würde jetzt nicht nach Berlin fahren oder so. Aber wenn mal eine Übung hier in der Nähe ist, oder mal wieder ein Tornado über uns herdonnert, dann bin ich zur Stelle.‟