StartseiteRegionalNeubrandenburgDiebes-Pärchen vor Gericht: Es geht um Butter, Wodka und ein Kind als Bote

Justiz

Diebes-Pärchen vor Gericht: Es geht um Butter, Wodka und ein Kind als Bote

Neubrandenburg / Lesedauer: 1 min

Der Alkohol lag im Rucksack eines Minderjährigen, der ihn an der Kasse vorbeischmuggeln sollte. Doch er flog auf. Nun steht die Mutter und ihr Freund vor Gericht.
Veröffentlicht:08.02.2024, 19:58

Artikel teilen:

Wegen 39 Stücken Butter und fünf Flaschen Wodka steht seit Donnerstag ein Paar aus Neubrandenburg vor Gericht. Die beiden Angeklagten sollen die Lebens- und Genussmittel gezielt aus zwei Märkten in Neubrandenburg gestohlen haben, in einem Fall zusammen mit einem minderjährigen Kind, wie die Staatsanwältin zum Verhandlungsauftakt am Amtsgericht Neubrandenburg sagte.

Vorgesorgt, dass die Flaschen nicht klirren

Laut Staatsanwaltschaft wurden dem Jungen, der noch nicht strafmündig war, im November 2022 fünf Flaschen Wodka in einem Supermarkt in den Rucksack gesteckt, damit er die Flaschen an der Kasse vorbeischmuggelt. Dafür sollen die Täter sogar Kopierpapier zwischen die Alkohol-Flaschen gelegt haben, damit sie nicht laut klirren.

In beiden Fällen - der Butter-Klau geschah im Oktober 2022 - entdeckten Ladendetektive die Beute und die Diebstähle im Gesamtwert von knapp 200 Euro flogen auf. Bei den Angeklagten soll es sich um die 39-jährige Mutter des Jungen und ihren neuen 23-jährigen Lebensgefährten handeln. Kinder sind erst ab dem Alter von 14 Jahren strafmündig. „Das war ihnen bewusst, dass der Junge damals noch schuldunfähig war“, sagte die Anklägerin.

Einigung vor Gericht kam nicht zustande

Beide Angeklagte stammen aus der Ukraine und leben nach eigenen Angaben in Neubrandenburg von Sozialhilfe. Zum Vorwurf des gemeinschaftlichen Diebstahls wollten sich die beiden Angeklagten zum Prozessauftakt auf Anraten ihrer Anwälte zunächst nicht äußern. Auch ein Versuch der Anwälte, sich in einer Vorbesprechung auf eine Strafe mit der Staatsanwaltschaft und dem Amtsgericht zu einigen - im Raum steht unter anderem eine Geldstrafe - schlug fehl.

Da die beiden Zeugen - die Ladendetektive - zu Prozessbeginn verhindert waren, vertagte Richterin Iris Hagedorn die Verhandlung nach kurzer Zeit auf Anfang März. Dann sollen die Zeugen angehört und der weitere Prozessverlauf besprochen werden.