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Leserbrief

Diese Aussage erinnert an „finsterste DDR-Zeiten“

Neubrandenburg / Lesedauer: 1 min

Die Brachfläche mitten in Neubrandenburgs Innenstadt soll bebaut werden. Für Äußerungen eines Stadtvertreters zur geplanten Seniorenwohnanlage hat unser Leser kein Verständnis.
Veröffentlicht:08.02.2024, 05:50

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Zum Beitrag „Senioren-Wohnanlage entsteht mitten in der Innenstadt“ vom 27. Januar 2024 schreibt „Jung Senior“ Olaf Lange:

Über den Artikel habe ich mich anfangs sehr gefreut, bis ich dann auf die Meinung des sogenannten „Bürger für Neubrandenburg“, Marco Messner, gestoßen bin. Die Aussage des Herrn Messner, „unter einer lebendigen Innenstadt verstehen wir etwas anderes“, erinnert an finstere DDR-Zeiten, als ältere und pflegebedürftige Menschen aus den Zentren der Städte und somit aus dem Blickfeld der „normalen“ Bevölkerung verschwinden mussten und meist am Rande der Stadt oder irgendwelchen (Pflege?) Heimen, weit draußen auf dem Lande, verwahrt wurden.

Diskriminierende Einstellung

Was ist das für ein Menschenbild, wenn man ältere und pflegebedürftige Menschen als Hemmnis für die Entwicklung einer lebendigen Innenstadt ansieht? Was macht solch ein Ratsherr im Stadtentwicklungsausschuss? Was will dieser Ratsherr, in einer Stadt mit seiner zunehmend alternden Bevölkerung im Sinne der „Bürger für Neubrandenburg“ mit solch einer diskriminierenden Einstellung entwickeln?

Da kann weder für uns als Bürger noch für die Stadt Neubrandenburg, etwas Konstruktives bei rauskommen. Ich werde bei den nächsten Wahlen mit Sicherheit auf Parteien und Politiker setzen, die mehr Empathie für unsere älteren und pflegebedürftigen Menschen mitbringen.

Ob man in diesen schwierigen politischen Zeiten solch eine absurde Meinung, wie die des Herrn Marco Messner, noch im Nordkurier publizieren muss, halte ich für ziemlich fragwürdig. In einer Zeit, wo sehr viele Menschen ohnehin schon den Eindruck haben, es wird mehr für andere Menschen getan als für die eigene Bevölkerung, gießt man damit nur unnötig Öl ins Feuer.

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