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Dauereinsatz

Feuerwehr kommt bei Feldbränden an ihre Grenzen

Altentreptow / Lesedauer: 3 min

Bei knalligen 30 Grad haben am Wochenende mehrere Herausforderungen auf die Freiwillige Feuerwehr Altentreptow gewartet. Es gab einen Feldbrand nach dem anderen. 
Veröffentlicht:10.07.2023, 14:19

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Als die Freiwillige Feuerwehr Altentreptow am vergangenen Freitag zu einem Feldbrand in Buchar ausrückte, ahnte sie nicht, was sie am folgenden Tag erwarten sollte. Während es am Freitag lediglich einmal brannte, gerieten am Sonnabend gleich vier Felder während der Ernte in Brand. Für die Kameraden war das bei einer Außentemperatur von etwa 30 Grad Celsius eine ordentliche Herausforderung, erinnert sich Wehrführer Sven Nehls. „Die Kameraden sind am Ende des Tages auf dem Zahnfleisch gekrochen“, sagt er.

Auf Rückweg vom Einsatz weiteren Brand entdeckt

Angefangen hat es am Sonnabend gegen 15.15 Uhr mit einem Feldbrand bei Wildberg, eine Stunde später ein Stoppelbrand auf einem Feld bei Buchar, danach ein Feldbrand bei Friedrichshof. Auf dem Rückweg in die Wache entdeckten die Kameraden durch Zufall sogar noch ein weiteres Feuer bei Loickenzin. Die genauen Brandursachen sind zwar unklar, jedoch ist der erfahrene Sven Nehls überzeugt, dass die Brände durch defekte Landmaschinen ausgelöst wurden. Denn bei jedem der Feuer hätten Mähdrescher auf der betroffenen Fläche gestanden.

„Wenn es so heiß ist wie an diesem Wochenende, entstehen solche Brände auch durch weggeworfene Zigaretten oder durch Glasflaschen, die bei Sonnenstrahlen wie eine Lupe sind“, sagt der Treptower Wehrführer. Zu 95 Prozent seien es im Falle eines Feldbrandes jedoch defekte Maschinen, die für die Ernte genutzt werden und für einen Brand sorgen. „Meistens bekommen es die Fahrer gar nicht mit, wenn beispielsweise ein heißes Teil von dem Fahrzeug auf den Acker fällt und einen Brand auslöst“, weiß Nehls aus Erfahrung.

Das Gefährliche an einem Feldbrand ist laut dem Wehrführer vor allem die Frage, an welcher Stelle man mit dem Einsatzfahrzeug auf das Feld rauffährt. Denn sobald sich der Wind dreht, breitet sich das Feuer in entsprechender Richtung aus. Im vergangenen Jahr seien dadurch gleich zwei Löschfahrzeuge abgebrannt. „Bevor wir auf das brennende Feld fahren, machen wir unser Auto einmal komplett nass“, sagt Sven Nehls.

Spezielle Kleidung für heiße Tage

Das wünscht sich der eine oder andere Kamerad, der bei 30 Grad Celsius in Helm und Löschanzug ein brennendes Feld betreten muss, sicherlich auch für sich selbst. Doch für heiße Tage gibt es eine spezielle Ausstattung. „Für solche Fälle haben wir dünnere Sachen, die wir anziehen können“, sagt der Wehrführer. Bei den Bränden am Wochenende waren bis zu 19 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

Dankbar sind die Einsatzkräfte bei Feldbränden vor allem für das schnelle Engagement der Bauern, die zum Zeitpunkt eines Brandes auf dem Feld ernten. Bevor die Feuerwehr eintrifft, versuchen die Landwirte meist schon selbst, das Feuer so gut es geht einzudämmen. Das erlebt Sven Nehls sehr oft, wie er sagt. Zudem stehen mittlerweile oft unter anderem Wasserwagen am Feldrand, die für die Löscharbeiten wichtig sind. Immerhin ist das Wasser an Bord eines Löschfahrzeugs begrenzt, wenn keine andere Quelle in der Nähe ist.