StartseiteRegionalNeubrandenburgGibt es bald Solaranlagen über Neubrandenburger Parkplätzen?

Klimaschutz

Gibt es bald Solaranlagen über Neubrandenburger Parkplätzen?

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Werden Neubrandenburger Parkplätze bald mit Solaranlagen überdacht? Die Grünen fordern, diese Möglichkeit zu prüfen. Auch andere Flächen kommen für erneuerbare Energien infrage.
Veröffentlicht:29.11.2023, 18:06

Artikel teilen:

Die Grünen fordern mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien in Neubrandenburg. Wie Jutta Wegner im Ausschuss für Umwelt, Ordnung und Sicherheit erklärte, sollen städtische Gebäude und Flächen für Solar- und Windanlagen genutzt werden. Welche Flächen infrage kommen, solle die Stadtverwaltung prüfen, heißt es im Antrag der Grünen.

Ausbau soll Ende 2027 abgeschlossen sein

Die Stadt erklärte auf Nachfrage des Nordkurier, dass dies bereits geschehe. Grundlage für die Prüfung sei der Beschluss des Klimaschutzkonzeptes im Jahr 2019 gewesen. Aufgrund des großen Umfangs sei die Prüfung aber noch nicht abgeschlossen, so ein Sprecher der Stadt. Wann es voraussichtlich soweit ist, teilte er nicht mit.

Die Grünen forderten ein schnelleres Handeln der Stadtverwaltung. Bis zum 30. Juni 2024 solle ein Plan erstellt werden, bis Ende 2027 solle dann der Ausbau abgeschlossen sein. Die Region habe aufgrund vieler Sonnenstunden großes Potenzial. „Es wäre fahrlässig das nicht zu nutzen“, betonte Jutta Wegner.

Für die Bebauung kämen insbesondere Dächer- und Fassaden sowie Zäune und Parkplätze infrage. Wegner verwies auf Frankreich, wo Parkplätze seit dem 1. Juli landesweit mit Solaranlagen überdacht werden müssen. Nach Angaben der französischen Regierung soll der von den Anlagen produzierte Strom zehn Kernkraftwerke ersetzen.

Nur wenige Flächen und Gebäude kämen infrage

Kein Parkplatz-Eigentümer solle in Neubrandenburg dazu verpflichtet werden, versicherte Jutta Wegner. Ihrer Partei sei es aber wichtig, dass die Stadt im Energiesektor vorankomme. Um den Klimawandel zu begrenzen, sei es erforderlich, die CO2-Emissionen so umfassend wie möglich zu minimieren - ein Ziel, dem sich die Stadt mit dem Klimaschutzkonzept verpflichtet habe. Darüber hinaus sei von Solar- oder Windanlagen erzeugter Strom günstiger als Strom aus fossilen Quellen.  

Doch ist der Vorschlag überhaupt realistisch? Peter Modemann, stellvertretender Oberbürgermeister, wies darauf hin, dass viele städtische Gebäude alt und nicht für die Installation von Solaranlagen geeignet seien. Der Bedarf an günstigem Strom, unter anderem für die Feuerwehr, sei aber hoch. Neubrandenburgs Klimaschutzmanager Christian Wolff erklärte hingegen im vergangenen Jahr, dass nur wenige Flächen in Neubrandenburg für Solaranlagen infrage kämen. Deshalb müssten diese auf Dächer gebaut werden.

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder bewertete den Antrag der Grünen als sinnvoll und winkte ihn durch. Bevor bei der nächsten Sitzung der Stadtvertretung erneut darüber verhandelt werden kann, stimmen noch die Mitglieder fünf weiterer Ausschüsse darüber ab.