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Gibt es trotz Konkurrenz einen City-Manager?

Altentreptow / Lesedauer: 4 min

Altentreptow ist längst nicht die einzige Stadt in MV, die vom Sofortprogramm des Landes zur Revitalisierung der Innenstädte profitieren möchte. Die Verwaltung rechnet sich Chancen aus.
Veröffentlicht:16.11.2021, 09:10

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Ganze zehn Millionen Euro an Fördergeldern hat das Land für das Sofortprogramm „Re-Start Lebendige Innenstädte M-V“ bereitgestellt. Denn die Auswirkungen der Corona-Krise haben das Aussterben der städtischen Zentren vielerorts weiter vorangetrieben. Kein Wunder also, dass die meisten der knapp 100 antragsberechtigten Grund-, Mittel- und Oberzentren im Land ein Stück vom Kuchen abbekommen wollen. Neben Altentreptow bemühen sich derzeit unter anderem auch Stavenhagen, Mirow, Teterow, Pasewalk und Ueckermünde um eine Finanzspritze vom Wirtschaftsministerium. Konkret geht es dabei um einen Personalkostenzuschuss für die Stelle eines City-Managers, der mit seinem Einsatz dafür sorgen soll, dass die Innenstädte nicht noch weiter veröden.

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Aber bringt so ein neuer Mitarbeiter wirklich den erhofften Fortschritt? Eine Frage, die momentan viele Menschen in der Stadt seit Bekanntwerden des Vorhabens umtreibt. Wie der Nordkurier im Austausch mit Lesern erfuhr, wird die Idee der Verwaltung, sich über die weitere Entwicklung der Innenstadt Gedanken zu machen, grundsätzlich als positiv und erforderlich angesehen. Ob ein City-Manager es allerdings schafft, neue Gewerbetreibende anzulocken, die sich dauerhaft in Altentreptow niederlassen, zweifelt ein Großteil von ihnen eher an. Denn sämtliche Versuche, die in diese Richtung in den vergangenen Jahren unternommen wurden, seien bislang gescheitert. Und selbst wenn die Stadt am Ende von dem Fördertopf profitieren kann, müsse sich erst mal ein geeigneter Kandidat für diese schwierige Aufgabe bewerben, so der allgemeine Tenor.

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Gewisse Voraussetzungen für den Posten mitbringen

Ein Problem, auf das auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Kraft beim letzten Finanzausschuss hinwies. „So ein City-Manager muss schon eine echte Koryphäe auf seinem Gebiet sein und gewisse Voraussetzungen für diesen verantwortungsvollen Posten mitbringen. Es gibt ja nun nicht gerade wenig Gehalt für die auf zwei Jahre angesetzte Tätigkeit“, merkte Kraft mit Blick auf die veranschlagten Ausgaben ab dem Haushaltsjahr 2022 kritisch an.

Immerhin werden insgesamt rund 136 700 Euro fällig, wobei sich der Eigenanteil der Stadt auf 96 700 Euro beläuft. Im Endeffekt sind es aber „nur“ 26 700 Euro, da der Posten von Claudia Ellgoth in der Fachbereichsleitung II nicht nachbesetzt wurde. „Auf zwei Jahre verteilt ist das händelbar, denke ich“, sagte der Ausschussvorsitzende Dirk Wanka (Wählergemeinschaft).

Bei Förderzusage wird Stelle ausgeschrieben

Wie die erste Stadträtin Silvana Knebler verdeutlichte, dürfe bei den genannten Kosten außerdem nicht vergessen werden, dass es sich keinesfalls um reine Bruttobeträge handelt, die der potenzielle City-Manager überwiesen bekommt. Darin enthalten seien auch die Arbeitgeberanteile, von denen Sozialabgaben, Unfallversicherung und Co. bezahlt werden müssten.

„Wir haben zwar offiziell eine Vollzeitstelle über das Programm beantragt, gehen aber davon aus, dass für die anstehenden Aufgaben in einer Stadt unserer Größenordnung eine halbe Stelle vollkommend ausreichend ist“, stellte die Bürgermeisterin klar.

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Von den in Aussicht gestellten 40 000 Euro für den City-Manager und dem 50 000 Euro umfassenden Aktivitätsbudget, mit dem die Verkehrsplanung im Stadtgebiet grundlegend überarbeitet werden soll, könnte Altentreptow auch bei der 20-Stunden-Variante rechnen. Falls es Fördermittel gibt, werde die befristete Stelle umgehend öffentlich ausgeschrieben, versicherte die Rathauschefin. „Die Chancen, in das Programm aufgenommen zu werden, stehen gut. Unsere Hoffnung ist natürlich groß, dann auch einen passenden Bewerber zu finden. Leicht wird es garantiert nicht, soviel steht fest“, meinte Ellgoth. Zurecht, wie das Beispiel Neustrelitz zeigt. Dort musste sich die Verwaltung unlängst um neue Mittel bemühen, weil es mit der Besetzung in der ersten Bewerbungsrunde nicht geklappt hatte.

Der Altentreptower Finanzausschuss hat den Beschlussvorschlag, sich an dem Projektaufruf zu beteiligen, bereits abgenickt. Beim Hauptausschuss am 23. November steht das Thema wieder auf der Tagesordnung, bevor die Stadtvertretung eine endgültige Entscheidung trifft.