StartseiteRegionalNeubrandenburgDeshalb wird über Altentreptow sogar im Landtag von MV gesprochen

150-Euro-Debatte

Deshalb wird über Altentreptow sogar im Landtag von MV gesprochen

Altentreptow / Lesedauer: 3 min

Kleiner Betrag, großes Echo: Die Diskussion um die Höhe der Finanzspritze für den Tanzsportverein hat über die Grenzen der Stadt hinaus hohe Wellen geschlagen.
Veröffentlicht:26.05.2023, 18:12

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Soll der Altentreptower Tanzsportverein (TSV) 500 oder 650 Euro als Zuschuss bekommen? Was sich zunächst nach einer einfachen Entscheidung anhört, sorgte in den Fachausschüssen der Stadt für ordentlich Diskussionsstoff. „Wir sollten diese peinliche Debatte jetzt endlich beenden“, forderte Roman Krepelin (Altentreptower Wählergemeinschaft) beim jüngsten Hauptausschuss. Sogar im Landtag werde schon fraktionsübergreifend darüber gesprochen, dass sich Politik und Verwaltung in Altentreptow um 150 Euro streiten.

Finanz-Puffer für Oktober nötig?

Bürgermeisterin Claudia Ellgoth (parteilos) sah das hingegen ganz anders. „Es gab nie einen Streit“, stellte die Rathauschefin klar. Die einzelnen Gremien hätten sich mit der Thematik nur unter verschiedenen Ansätzen auseinandergesetzt. Während der Sozialausschuss dem Vorschlag der Gleichstellungsbeauftragten Jördis Krepelin folgte und 650 Euro für angemessen ansah, wollte die Verwaltung an ihren vorgeschlagenen 500 Euro festhalten. „Wir haben bewusst diesen Betrag gewählt, damit im entsprechenden Haushaltskonto noch ein kleiner finanzieller Puffer übrig bleibt. Der wird spätestens im Oktober auch gebraucht, um davon die Pokale für den Kleintierzüchterverein zu bezahlen.“

Ein Argument, das Ellgoth nun schon zum dritten Mal in Folge ins Feld führte. Den Finanzausschuss konnte sie damit überzeugen. Gerade auch, weil sich der Verein erst ein halbes Jahr nach der offiziellen Antragsfrist für 2023 bei der Stadt gemeldet hatte. Allerdings wäre das auch gar nicht anders möglich gewesen, denn die Gründung des TSV erfolgte im März dieses Jahres. 

„Die Verwaltung sollte sich wirklich überlegen, die Zuwendung eigenständig auf 650 Euro zu erhöhen. Dann ist der Sack zu. Noch ist kein weiterer Antrag von anderen Vereinen eingegangen. Das Geld ist also da“, sagte Krepelin. Im kommenden Jahr müssten seiner Meinung nach alle überschüssigen Beträge direkt in den Haushalt überführt werden, damit es künftig gar nicht mehr zu solchen unnötigen Diskussionen kommt.

Rasanter Mitgliederzuwachs im Verein

Doch die Bürgermeisterin spielte den Ball zurück. „Es ist keine Verwaltungssache, die Stadtvertretung muss darüber entschieden, wie viel der Verein bekommen soll“. Das ließ sich Roman Krepelin nicht zweimal sagen und stellte sofort den Antrag, 650 Euro an die jungen Tänzer auszureichen.

Rückendeckung bekam er dabei von seinem Fraktionskollegen Gerhard Quast. Der rasante Mitgliederzuwachs innerhalb weniger Monate sei eine beachtliche Leistung, die von der Stadt auch entsprechend gewürdigt werden sollte. „Wenn wir jetzt nicht ein klares Statement setzen und dem Antrag zustimmen, packe ich 100 Euro aus eigener Tasche dazu. Ich bin es langsam leid, hier weiter Zeit verstreichen zu lassen“, monierte der Stadtvertretervorsteher. „Und ich packe dann noch die 50 Euro obendrauf. Es reicht jetzt wirklich“, pflichtete ihm der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft, Mirko Renger bei. 

Am Ende wurde der angepasste Antrag mehrheitlich durchgewunken. Nur der Fraktionsvorsitzende der CDU, Thomas Kraft, stimmte dagegen.