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Justiz

Joel (6) in Pragsdorf erstochen – Prozess gegen 14-Jährigen beginnt

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Im September 2023 wurde der Junge in Pragsdorf bei Neubrandenburg erstochen. Nun beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Veröffentlicht:10.02.2024, 14:30

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Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod des kleinen Joel aus Pragsdorf beginnt am Dienstag die strafrechtliche Aufarbeitung am Landgericht Neubrandenburg. Als Beschuldigter in dem Prozess muss sich ein 14-jähriger Schüler aus dem gleichen Ort verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor, wie ein Sprecher des Landgerichtes im Vorfeld erklärte. Der Prozess wird wegen des jugendlichen Alters des Beschuldigten hinter verschlossenen Türen stattfinden.

In einem Gebüsch am Bolzplatz getötet

Der 14-Jährige soll das Opfer am 14. September 2023 in einem Gebüsch am Bolzplatz von Pragsdorf getötet haben. Die Tat hatte bundesweit für Aufsehen und Entsetzen gesorgt. Nach Angaben des Gerichtssprechers soll der Täter dem Opfer mehrfach ins Gesicht geschlagen und sich danach auf dessen Oberkörper gekniet haben. Das geht aus der Anklageschrift hervor. Danach soll er mit einem Messer mehrfach auf das Opfer eingestochen haben und nach dem Angriff geflohen sein.

Der Sechsjährige wurde erst mehrere Stunden später nach einer großangelegten Suche in dem Versteck gefunden. Er starb infolge der Stiche, die einen großen Blutverlust zur Folge hatten. Der 14-Jährige wurde ein paar Tage später festgenommen. Laut Polizei hatte er sich in Widersprüche verstrickt, außerdem fand die Polizei Spuren des Tatverdächtigen an der Tatwaffe, dem Messer. Die Familie des Tatverdächtigen war nach der Festnahme aus dem Dorf weggezogen.

Motiv bisher noch unklar

Der 14-Jährige sitzt seither in Untersuchungshaft. Nach Angaben seines Anwaltes hat er zu dem konkreten Tatvorwurf bisher geschwiegen. Insofern sei auch das genaue Motiv noch nicht geklärt.

Für den Prozess sind bisher sieben Verhandlungstage angesetzt. Nach Angaben eines Gerichtssprechers sollen unterschiedliche Zeugen aus dem Umkreis beider Familien, der Schulen und auch Polizisten angehört werden. Zudem sollen zwei Gutachter dem Verfahren beiwohnen. Der 14-Jährige wurde bereits psychologisch begutachtet und als strafmündig und schuldfähig eingeschätzt.

Mit einem Urteil wird - abhängig vom Aussageverhalten des Beschuldigten - frühestens am 26. März gerechnet. Dem 14-Jährigen drohen nach Jugendstrafrecht maximal zehn Jahre Freiheitsstrafe. Auch die Urteilsverkündung ist nach bisheriger Mitteilung des Gerichts unter Ausschluss der Öffentlichkeit geplant.