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Corona-Regeln

Keine Ausgangssperren mehr in der Seenplatte ab Mittwoch

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Nach dem Vorstoß aus Vorpommern-Greifswald hat sich die Kreisverwaltung der Mecklenburgischen Seenplatte nun ebenfalls für Lockerungen entschieden.
Veröffentlicht:02.02.2021, 14:58

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In der Mecklenburgischen Seenplatte gelten ab Mittwoch keine Ausgangssperren, Einreiseverbote und Bewegungseinschränkungen mehr. Nach zunehmendem Druck von außen und einer umfassenden Beratung mit der Landesregierung hat die Führungsspitze der Kreisverwaltung die betreffenden Allgemeinverfügungen am Dienstag widerrufen.

„Wir haben jetzt seit 14 Tagen einen Inzidenzwert von unter 200 und seit sieben Tagen einen Wert unter 150. In den Beratungen mit der Landesregierung haben wir Einigung darüber erzielt, dass eine Unterschreitung des Schwellenwerts ab 7 Tagen eine Lockerung ermöglicht”, sagte Kai Seiferth (SPD), Erster Stellvertretender Landrat, das aktuelle Infektionsgeschehen im Landkreis. „Die Tendenz zeigt erfreulicherweise weiter nach unten.” Außerdem sei eine besonders ansteckende Corona-Mutation in der Mecklenburgischen Seenplatte noch nicht nachgewiesen worden. Von einer weitgehenden Entspannung könne zwar noch keine Rede sein. Aber diese Lockerungen seien nunmehr vertretbar.

Gericht hatte Corona-Regeln in Frage gestellt

„Mein Dank geht an dieser Stelle noch einmal an die Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis. Sie haben sich an die Schutzvorkehrungen und die damit verbundenen drastischen Einschränkungen gehalten. Die Beruhigung des Infektionsgeschehens wurde mit ihrer Hilfe erreicht”, so Seiferth. Dennoch bat er, Kontakte so weit wie möglich zu vermeiden.

Bereits am Montag hatte der Landkreis Vorpommern-Greifswald die Maßnahmen zurückgezogen, nachdem das Verwaltungsgericht Greifswald sie grundsätzlich infrage stellte. Auch gegen die Maßnahmen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte legten bereits zwei Berliner am selben Gericht Einspruch ein.

Corona-Lage in der Seenplatte regional stark unterchiedlich

Das Infektionsgeschehen hat sich in der Mecklenburgischen Seenplatte zwar insgesamt merklich entspannt – so lag die Zahl der Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner pro Woche am Dienstagabend laut dem Landesamt für Gesundheit und Soziales nur noch bei 115,9. Doch längst nicht überall kann schon aufgeatmet werden. Das legt ein Blick auf die Übersicht der letzten Inzidenzwerte in den einzelnen Ämtern nahe, die nun von der Kreisverwaltung veröffentlicht wurde. So lag der Inzidenzwert für die Ämter Woldegk und Neverin Anfang der Woche noch immer über 200. Im Amt Stargarder Land kletterte die Zahl der Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in einer Woche mit 38 Fällen zuletzt gar auf 389,74. Damit nimmt diese Region die traurige, neue Spitzenposition im Landkreis ein. Immerhin wurden im Treptower Tollensewinkel nur noch 24 Infektionen gezählt. Die Inzidenz sank von 317,27 auf nunmehr 177,08.

In der Kreisstadt Neubrandenburg listete das Gesundheitsamt zwischen vorgestern und Montag vor einer Woche nur noch 95 Neuinfektionen auf. Die Inzidenz rutschte daher auf 148,99. In vielen Ämtern wurden erfreulicherweise bis Montag weniger als zehn Fälle gezählt – so in den Ämtern Friedland, Malchow, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Neustrelitz-Land, Penzliner Land, Röbel-Müritz, Seenlandschaft Waren, Dargun, der Feldberger Seenlandschaft sowie in den Städten Waren und Demmin.

Aufgrund der dünnen Besiedlung kann hingegen schon eine so geringe Fallzahl einen Inzidenzwert über 100 nach sich ziehen. Schließlich handelt es sich um eine Hochrechnung. Im Amt Penzliner Land zählten die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes beispielsweise 9 Fälle. Da dort aber nach letzter Info der Kreisverwaltung nur 6696 Menschen leben, sprang die Inzidenz gleich auf 134,41.