StartseiteRegionalNeubrandenburgKlingeln und Hupen – Fahrraddemo auf der B96

Von Neubrandenburg nach Usadel

Klingeln und Hupen – Fahrraddemo auf der B96

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Demonstranten wollten zeigen, dass sich Verkehr vom Auto auf das Fahrrad verlagern lässt, und fuhren dafür auf der Bundesstraße 96 von Neubrandenburg nach Usadel.
Veröffentlicht:02.09.2023, 15:33

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Mehr als 30 Radfahrer fuhren am Sonnabendvormittag in einem Konvoi von Neubrandenburg nach Usadel (Seenplatte), um gegen den geplanten Ausbau der B96 zu demonstrieren. Die Gruppe traf sich zu einer Auftaktkundgebung am Rathaus.

„Wir empfinden die Pläne als drohend“, sagte dort die grüne Landtagsabgeordnete Jutta Wegner. Sie betonte, den Ausbau nicht verhindern zu wollen. Jedoch sollten nur einzelne Stellen zum Überholen eingerichtet werden, anstatt die die komplette Bundesstraße zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz zu verbreitern.

„Mehr Verkehr ist überhaupt nicht mehr vertretbar“, sagte Wegner. Mit der Demonstration wolle man zeigen, dass sich Verkehr auch vom Auto auf das Fahrrad verlagern lasse. Auf einem Banner stand: „Wiese und Wald statt Asphalt“.

Begleitung von Elektroauto und Käfer

Flankiert von zwei Begleitfahrzeugen, einem Elektroauto und einem rüstigen VW-Käfer, fuhr die Gruppe dann über Katharinenviertel und Südstadt auf die Bundesstraße. Zunächst wurde die Demonstration von Streifenwagen der Polizei begleitet.

Eine Stunde unterwegs

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Stunde benötigte der Demonstrationszug rund eine Stunde bis zum Ziel. Unterwegs gab es zwei Pausen, auch um Autofahrer vorbeizulassen, denn mit der Zeit bildete sich immer wieder ein leichter Rückstau. Manche Fahrer kommentierten das Geschehen mit lautem Hupen, unterwegs schlossen sich aber auch noch weitere Teilnehmer der Demonstration an. Gemeinsam ließen sie ihre Klingeln erklingen.

Trotz der Auflage, dass immer nur zwei Personen nebeneinander fahren dürfen, zog sich der Demonstrationszug zeitweise unnötig weit in die Länge. Ein Krankenwagen und einzelne Autofahrer konnten aber trotzdem überholen.

Abschluss mit Aussicht

Am Aussichtspunkt „Eugen Geinitz Sicht“ an einem Rastplatz hinter Usadel fand eine Abschlusskundgebung statt. Dort traf auch ein Fahrrad–Konvoi aus Neustrelitz ein, um die Sternfahrt zu vervollständigen.

Aufgerufen zu der Sternfahrt hatte das Aktionsbündnis „B96-Ausbau: So nicht!“, zu dem unter anderem die Anliegergemeinde Blumenholz, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie regionale Organisationen von Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen gehören. Sie nennt die Pläne für die gut 20 Kilometer lange Strecke einen „natur- und menschenfeindlich überdimensionierten Ausbau“.