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Netzwerktreffen

Kulturregion Tollensetal soll gestärkt werden

Altentreptow / Lesedauer: 4 min

Vertreter aus Kultur, Wirtschaft und Tourismus haben sich zum ersten Netzwerktreffen des neuen „KwiT–Projekts“ getroffen. Gemeinsam wollen sie Region voranbringen. 
Veröffentlicht:31.03.2023, 09:10

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Neben seiner einzigartigen Naturlandschaft kann das Tollensetal auch mit besonderen Veranstaltungsformaten sowie einer ganzen Palette an touristischen Highlights punkten. Doch selbst wer aus MV kommt, kennt oft nicht die ganze Bandbreite an Angeboten, die es in der Region zu entdecken gibt. Das vom Schloss Broock initiierte Projekt „KwiT — Kulturwirtschaft im Tollensetal und darüber hinaus“, hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, das Tollensetal und seine Vertreter bekannter zu machen.

„Wir möchten der Politik vor Augen führen, dass hier vor Ort eine Menge passiert, damit das Tollensetal dauerhaft als Kulturregion anerkannt wird“, wandte sich Anne Zandt an die rund 25 Kulturschaffenden, die am Mittwochnachmittag zum ersten Netzwerktreffen in die Aula der roten Schule gekommen waren. „Langfristig verbessert sich damit nicht nur die wirtschaftliche Situation der Akteure, sondern auch die Aussicht auf mehr Arbeitsplätze. Das lässt sich nur Hand in Hand erreichen, in dem wir vorhandene Synergien erkennen und weiter ausbauen.“

Digitale Karte als interaktives Kulturregister

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Pia Schulze kümmert sie sich seit dem 1. Januar federführend darum, das über den Europäischen Sozialfonds und den Vorpommern–Fonds geförderte Projekt schrittweise mit Leben zu füllen. Zum Jahresende sollen konkrete Projektideen und Konzepte feststehen, die anschließend in die Umsetzungsphase gehen könnten. „Schon vor dem Jahreswechsel wollen wir ein interaktives Kulturregister in Form einer digitalen Karte erstellen, auf der alle Vertreter aus den Bereichen Gastronomie und Beherbergung, naturnaher Tourismus sowie Kultur– und Veranstaltungswirtschaft zu finden sind“, erläuterte Zandt erste Ansätze.

Schon allein anhand der Teilnehmerliste wurde deutlich, wie viele kreative Menschen es im Großraum zwischen Neubrandenburg und Demmin gibt, die sich ehrenamtlich engagieren: Neben Vertretern vom „Kultur–Transit–96 e.V.“ der Burg Klempenow, der Kultur– und Umweltwerkstatt „WaWiTo“ aus Tückhude und der Köllner Rockscheune, saßen unter anderem auch die Initiatoren des Freiland Festivals in der Kieskuhle Broock, des Unternehmerverbandes MiLaN (Mit Lust an Natur e.V.) und zwei DJs vom Demminer Musiklabel „Black Block Sound“ zusammen an einem Tisch. Sogar die Besitzerin des Altentreptower Kleinbahnhofs Wibke Martin und der Ressortleiter für Kanuwandersport beim SC Neubrandenburg, Günter Kotterba, der das geplante Tourismus–Konzept für die Tollense und den gleichnamigen See mit angestoßen hat, wollen sich beteiligen.

Voraussichtlich im Juni soll der erste von insgesamt vier Workshops stattfinden. „Als Arbeits– und Diskussionsgrundlage dienen die ausgewerteten Ergebnisse aus vier Fragebögen, die unter verschiedenen Gesichtspunkten von uns erstellt wurden“, sagte Zandt. So soll ermittelt werden, wie sich die Akteure eine Kulturvernetzung im Tollensetal vorstellen, welche Angebote es bereits gibt und was für Themenschwerpunkte ihrer Meinung nach bearbeitet werden müssten. Zum letztgenannten Punkt gibt es auch einen separaten Fragenkatalog, der sich gezielt an Privatpersonen richtet. Den haben die beiden Projektverantwortlichen zusammen mit Dr. Judith Logall erarbeitet, die das vor Kurzem gestartete „Toll–Projekt“ im Amtsbereich Treptower Tollensewinkel betreut.

Steckbriefe zu Akteuren und Anlaufpunkten

„Natürlich wollen wir die Wünsche und Ansichten der Bürger nicht einfach ausblenden. Es ist wichtig, zu wissen, was sie bewegt“, meint Anne Zandt. Außerdem sollen im Zuge der Datenerfassung Steckbriefe zu den verschiedenen Akteuren und Anlaufpunkten im Tollensetal angefertigt werden, die dann in dem vorgesehenen Kulturregister mit auftauchen.

Auch wenn die zwei Personalstellen für das KwiT–Projekt vorerst nur auf ein Jahr ausgelegt sind, sei die Hoffnung groß, die Arbeit auch 2024 fortführen zu dürfen. „Den Fördermittelgebern mit eurer Beteiligung die Relevanz und Notwendigkeit des Projekts aufzuzeigen, ist deshalb umso wichtiger“, betonte Zandt. An der fehlenden Bereitschaft wird es garantiert nicht scheitern. Alle Anwesenden waren sich einig, an einem Strang ziehen zu wollen, um die kulturelle Vielfalt des Tollensetals sichtbar und gleichzeitig erlebbar zu machen. Die einzelnen Fragebögen und aktuelle Informationen zum Projekt sind im Internet unter www.kulturregion–tollensetal.de zu finden.