StartseiteRegionalNeubrandenburgLandgericht will Prozess um zigfachen Kindesmissbrauch abschließen

Justiz

Landgericht will Prozess um zigfachen Kindesmissbrauch abschließen

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Die nicht öffentliche Verhandlung gegen einen 49 Jahre alten Mann aus der Müritz-Region steht vor dem Ende. Das Urteil wird öffentlich verkündet – vielleicht schon am Montag.
Veröffentlicht:02.12.2023, 13:00

Artikel teilen:

Am Landgericht Neubrandenburg soll der seit Juni dieses Jahres laufende Prozess gegen einen Mann wegen zigfachen sexuellen Missbrauchs von minderjährigen Jungen am Montag zu Ende gehen. Wie ein Gerichtssprecher im Vorfeld erklärte, war die Beweisaufnahme eigentlich am 27. November beendet worden. Damit wären nun die Schlussvorträge von Staatsanwaltschaft, beiden Nebenklägern und der Verteidigung des 49-jährigen Angeklagten aus der Müritz-Region an der Reihe.

Neue Anträge wären möglich

Allerdings können alle Prozessbeteiligten auch jetzt noch verlangen, dass die Beweisaufnahme noch einmal aufgenommen wird, um weitere Anträge zu stellen, zum Beispiel, um noch neue Zeugen zu hören. Sollte das der Fall sein, müsste sich die Kammer erneut mit solchen Anträgen befassen und darüber entscheiden.

Sollte das nicht der Fall sein, könnten die Plädoyers wirklich gehalten und nach einer Urteilsberatung der Kammer könnte auch das Urteil verkündet werden. Die Öffentlichkeit war bereits zu Prozessbeginn wegen der „schutzwürdigen Interessen der mutmaßlich Geschädigten und auch des Angeklagten“ ausgeschlossen worden. Zur Urteilsverkündung soll aber wieder Öffentlichkeit zugelassen werden.

Gutachtern kommt große Bedeutung zu

Dem 49 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, einen Jungen aus dem privaten Umfeld seines Sohnes zwischen 2018 und 2021 mehr als 50 Mal sexuell missbraucht zu haben. Das Opfer soll anfangs 10 Jahre alt gewesen sein. Außerdem soll der Angeklagte einen weiteren Jungen, der damals zehn Jahre alt war, sexuell missbraucht haben. Der Beschuldigte hat vor Gericht bisher zu den Vorwürfen geschwiegen, wie zu erfahren war.

Große Bedeutung rechnen Prozessbeobachter in diesem Verfahren zwei Gutachtern zu, die die Glaubwürdigkeit der beiden geschädigten Jungen, die inzwischen Jugendliche sind, zu bewerten hatten. Außer ihnen waren unter anderem die Mütter und weitere Familienmitglieder als Zeugen angehört worden. Von der Einschätzung der beiden Gutachter dürfte abhängen, ob der Angeklagte strafrechtlich belangt oder freigesprochen wird. Sollte das Gericht den Mann, der bisher auf freiem Fuß geblieben ist, für schuldig halten, droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.