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Kindertag

Machte Bürgermeister Wahlwerbung an Schule?

Burg Stargard / Lesedauer: 3 min

Bürgermeister Tilo Lorenz hat zum Kindertag an der Stargarder Schule Eisgutscheine verteilt. Die AfD-Fraktion vermutet dahinter eine Wahlkampfaktion.
Veröffentlicht:10.06.2022, 05:36

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 Eine Verteilaktion von Bürgermeister Tilo Lorenz (CDU) am Kindertag am 1. Juni an der Grund- und Regionalen Schule in Burg Stargard stößt AfD-Fraktionschef Andreas Rösler sauer auf. Mit Blick auf die Bürgermeisterwahl am Sonntag wittert er Wahlwerbung und spricht sogar vom „Missbrauch”, wie er dem Nordkurier sagte. In einer Anfrage an den Bürgermeister unterstellt er, bei der Aktion seien Geschenke während des Unterrichts verteilt worden, „welches Sie in den Vorjahren so nicht taten”. Insofern sei ein Zusammenhang mit der Bürgermeisterwahl in Burg Stargard und eine verbotene Wahlwerbung im Unterricht festzustellen. Am Sonntag treten Herausforderin Katja Sievert (Wählergruppe Stargard 2030) und Amtsinhaber Lorenz zur Bürgermeisterwahl in Burg Stargard an.

Unterstellung zurückgewiesen

Rösler sagte dem Nordkurier, er sei selbst betroffenes Elternteil und auch von anderen Müttern und Vätern auf die Verteilaktion angesprochen worden. Das Kindertagsfest habe die Schule organisiert. Er frage sich, welche Ressourcen hat Stadt Burg Stargard zur Verfügung gestellt zur Durchführung des Kindertages im Rahmen des schulischen Unterrichts. Der AfD-Fraktionschef will auch wissen, ob Lorenz die Geschenke und Gutscheine, die er verteiltet habe, selbst bezahlt habe oder sie von der Stadt bezahlt worden seien. Er fragt sich auch, ob das Verteilen von Geschenken mit der Schule abgesprochen gewesen sei. Da auf seine Nachfrage hin die Schule eine Absprache verneint habe, stellt Rösler für sich fest, dass der Bürgermeister „qua Amt als Wahlkämpfer in eigener Sache in den Unterricht eingedrungen ist”.

Auf Anfrage des Nordkurier erwiderte Lorenz, er sei nicht als Bürgermeister, sondern auf private Initiative zum Kindertag gewesen. „Ich bin da nicht mit Bürgermeisterschärpe und Werbezetteln rumgelaufen.” Er wies zugleich die „Unterstellung” Röslers zurück, er habe die Gutscheine durch städtische Mittel begleichen lassen und hätte in der Vergangenheit nie Aktionen zum Kindertag durchgeführt. Das sei „schlicht gelogen”. Er habe auf eigene Kosten Gutscheine für die lokale Eisdiele verteilt. Und auf seine Initiative hin hat die Stadt laut Lorenz in der Vergangenheit ebenfalls den Kindertag ausgerichtet, bei dem er dann selbstverständlich zugegen gewesen sei.

Gegenvorwurf an den AfD-Mann

Für den Bürgermeister ist offensichtlich, dass Rösler versuche „den vermeintlich letzten Dreck aus den Ecken zu kehren”, um mit diesem dann im Wahlkampf „nochmal ordentlich um sich schmeißen zu können“. Eindeutig zu erkennen sei dies daran, dass seine Aktion in Verruf gebracht werden soll, wohingegen aber eine ähnliche Aktion der von Andreas Rösler offensichtlich unterstützten Gegenkandidatin Sievert unkommentiert bleibe und sogar verbreitet werde, die „am gleichen Tag, im von der Stadt bezahlten Marie-Hager-Haus und beim von der Stadt geförderten Marie-Hager-Verein gesessen hat und dort Kinder bespaßt” habe.

Für Rösler war es nach eigenen Worten zu erwarten, dass der Bürgermeister die „böse” AfD-Karte ausspiele und „mit Vermutung von seiner Missetat” ablenken wolle. „Eine offensichtlich länger vorbereite Aktion mit Wahlwerbegeschenken im Unterricht lassen Souveränität und Moral vermissen. So etwas unterstütze ich nicht.”

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