StartseiteRegionalNeubrandenburgMann in U-Haft – Ist er der Feuerteufel von Neubrandenburg?

Brände in der Oststadt

Mann in U-Haft – Ist er der Feuerteufel von Neubrandenburg?

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Nach dem elften Brandanschlag in der Neubrandenburger Oststadt hat die Polizei einen Tatverdächtigen geschnappt. Bei den Anwohnern im Stadtviertel herrscht Fassungslosigkeit.
Veröffentlicht:12.07.2022, 05:53

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Die Polizei hat den möglichen Feuerteufel aus der Oststadt geschnappt. Nach dem gelegten Kellerbrand in der Robert-Koch-Straße in der Nacht von Samstag auf Sonntag hat die Polizei mehrere Hinweise erhalten und einen 31-Jährigen aus Neubrandenburg festgenommen.

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Anwohner: „Sicher fühlt man sich hier nicht mehr“

Der Brand am Samstag war der elfte Fall von Brandstiftung einer beispiellosen Serie, welche die Oststadt in diesem Jahr in Atem hält. Seit Mitte März musste die Feuerwehr immer wieder Mal ausrücken, die Polizei ermittelt in sieben Fällen wegen schwerer Brandstiftung. Drei Mal brannten Keller in der Koszaliner Straße 1 bis 7, zwei Mal Keller in der Koszaliner Straße 14 und 16. Die Robert-Koch-Straße hat es nun zum dritten Mal erwischt.

Ein Bild von der Zerstörungswut machte sich am Montag nach dem Kellerbrand in der Robert-Koch-Straße auch Hans-Joachim Niemax. Eine dreckige Suppe bedeckte den Boden, Gestank von Ruß und Rauch lag in der Luft. Mit einer Taschenlampe in der Hand stand Niemax neben dem verkohlten Eigentum. „Ich habe mir im Juni noch ein neues Fahrrad gekauft. Das kannst du jetzt vergessen. Ich hoffe, die Versicherung zahlt“, sagt der Oststädter.

Obwohl bei ihm „nur“ Werkzeug und das Fahrrad beschädigt wurden, beunruhigen ihn die wiederkehrenden Brände. Auch deshalb, weil die Brandstifter so einfach in die Häuser eindringen konnten. „Sicher fühlt man sich hier nicht mehr. Und ich verstehe auch nicht, wie die rein gekommen sind, denn die Türen waren ja zu geschlossen“, sagte Niemax.

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War es wirklich nur ein Täter?

Fassungslosigkeit, Wut und auch ein bisschen Resignation – so reagierten viele der Oststadtbewohner auf den jüngsten Brandanschlag in ihrem Viertel. Das Gefühl der Ohnmacht machte sich bei den meisten breit. „Das ist jetzt der dritte Brand hier in unserer Straße. Man kann ja kein Auge mehr zu machen. Was tut denn die Polizei?“, schimpfte ein Mieter im betroffenen Aufgang. Er habe sich auch bei seinem Vermieter erkundigt, ob man mehr Sicherheitsmaßnahmen ergreifen würde, schließlich sei das ja auch in deren Interesse, berichtete der Rentner. Als Antwort bekam er nur den Appell, darauf zu achten, dass auch die Tür stets geschlossen halten werden solle. Dass die Polizei nun einen Verdächtigen geschnappt hat, beruhigt den Oststädter ein wenig, doch die Zweifel bleiben. „Ob das wirklich nur einer alleine war, ich weiß es nicht“, bleibt der Mann skeptisch.

Trotz des jüngsten Ermittlungserfolges will die Polizei weiterhin zivile und uniformierte Streifen vermehrt in der Oststadt patrouillieren lassen. Denn es sei eben noch nicht geklärt, ob der Tatverdächtige wirklich mit den anderen Brandstiftungen in Zusammenhang gebracht werden kann.