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Prozess

Trio wegen Straftaten-Serie in Neubrandenburg vor Gericht

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

20 Minuten vergingen, bis die Staatsanwältin alle Anklagepunkte vorgetragen hatte. Einige wurden erst einmal auf Eis gelegt.
Veröffentlicht:29.08.2023, 14:04

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Am Landgericht Neubrandenburg hat am Dienstag der Prozess gegen drei junge Männer syrischer Herkunft aus Neubrandenburg begonnen, denen eine ganze Reihe von Straftaten vorgeworfen wird. Die Staatsanwältin hatte gut 20 Minuten mit der Verlesung der insgesamt sieben Anklagepunkte zu tun.

Verfahren gegen Vater wird gesondert geführt

Zwei 19-Jährige und ein 20-Jähriger sind nach Angaben des Landgerichts unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Raub, Bedrohung und Diebstahl angeklagt. Ein ursprünglich vierter Angeklagter, der Vater des 19 Jahre alten Hauptangeklagten, stand entgegen erster Ankündigung nicht mit vor Gericht. Nach Aussage eines Gerichtssprechers sei das Verfahren abgetrennt worden.

Schon in den ersten Minuten der Verhandlung einigten sich das Gericht unter Vorsitz von Richterin Daniela Lieschke, die Staatsanwaltschaft sowie die Angeklagten und ihre Anwälte, das Verfahren in drei Anklagepunkten vorläufig einzustellen. Dabei ging es unter anderem um den Vorwurf unerlaubten Waffenbesitzes und Hehlerei.

Angriff mit Messer und Flasche im Vergleich geringfügig

Die drei Punkte, über die nun vorerst nicht weiter verhandelt wird, beinhalteten unter anderem einen Vorfall in der Neubrandenburger Diskothek Colosseum, in der zwei Angeklagte in der Silvesternacht 2022 mit Gästen in Streit geraten sein sollen. Als die Sicherheitskräfte sie dann zum Verlassen der Disko aufforderten, sollen sie von den beiden jungen Männern mit einem Messer und einer abgebrochenen Flasche bedroht worden sein.

Die Teileinstellung gemäß Strafprozessordnung wurde angeregt, weil die Anklagepunkte im Vergleich zu anderen Vergehen als eher geringfügig im Vergleich zum erwarteten möglichen Gesamtstrafmaß angesehen wurden.

In den kommenden Wochen bis zum 26. Oktober sind in dem Verfahren neun Verhandlungstage angesetzt. Ob sich die Angeklagten zu den Vorwürfen äußern werden, ist noch unklar. Zum Auftakt machten sie, auch auf Anraten ihrer Verteidiger, von ihrem Recht Gebrauch, zu den Vorwürfen zu schweigen. Ob alle Verhandlungstage notwendig sind oder ein Urteil früher fallen kann, war angesichts des Verzichts auf drei Anklagepunkte auch noch unsicher.