Debatte um Marx-Denkmal

Mehrheit für Wiederaufstellung

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Die Diskussion um das Für und Wider einer Wiederaufstellung des Marx-Denkmals ist mächtig in Schwung gekommen. Schuld daran sind der Nordkurier und ein Vorschlag der Linken in der Stadtvertretung.
Veröffentlicht:15.10.2015, 18:53
Aktualisiert:05.01.2022, 15:38

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Eine Mehrheit der Neubrandenburger ist offenbar dafür, das Karl-Marx-Denkmal, das einst am heutigen Marktplatz stand, wieder in der Viertorestadt aufzustellen. Bei einer Online-Umfrage des Nordkurier stimmten 60 Prozent der Leser dafür. Das waren 1315 Nutzer. Dagegen sprachen sich 774 Internet-Nutzer aus, was 35 Prozent entspricht. Mir egal - bei diesem Button klickten 5 Prozent der Leser, also 102 Stimmen. Insgesamt beteiligten sich an dieser - nicht repräsentativen - Umfrage 2191 Leser auf der Internetseite des Nordkurier.

Unterschiedlich auch die Reaktionen der Stadtpolitiker: Während sich die Fraktion der Linken in der Neubrandenburger Stadtvertretung gerade intensiv darum bemüht, für das alte Karl-Marx-Denkmal wieder einen passenden Platz in der City zu suchen, winken andere nur ab. Wilfried Luttkus zum Beispiel, der Leiter der Geschäftsstelle der CDU-Fraktion in der Stadt, hat damit so gar nichts am Hut: „Marx ist für mich Murks“, sagt der Christdemokrat kurz und knapp. Generell und für Neubrandenburg auch ganz speziell: „In welcher Beziehung soll Karl Marx denn zu unserer Stadt stehen?“, fragt der Stadtvertreter.

Allerdings – Luttkus legt großen Wert darauf, hier nur seine private Meinung kund zu tun. Ob seine Kollegen in der CDU-Fraktion der Stadtvertretung das Ganze genau so sehen würden wie er, darauf kann es erst am Dienstag eine Antwort geben. Während der Fraktionssitzung wollen die CDU-Mitglieder an diesem Tag die Stadtvertretersitzung am 22. Oktober vorbereiten – und sich auch in Sachen Marx und Denkmal eine Meinung bilden.

Es soll ganz schnell gehen

Notwendig ist das geworden, weil die Neubrandenburg Linken für die Sitzung der Stadtvertreter einen Beschlussvorschlag eingereicht haben. Der Oberbürgermeister, so wollen das die Linken, soll beauftragt werden, verschiedene Varianten „zur Neugestaltung des Umfeldes und des Aufbaus des Karl-Marx-Denkmals“ im Umfeld des neuen HKB zu prüfen. Und es soll jetzt alles ganz schnell gehen. Schon im November, drücken die Linken aufs Tempo, mögen bitte die Ergebnisse der Prüfung durch den Oberbürgermeister und der mögliche Kostenvoranschlag vorgestellt werden.

Ihr Engagement in Sachen Denkmal begründen die Initiatoren des Antrags auch mit dem Argument Geld. Denn immerhin, als der angerostete Marx im Jahr 2001 aus Sicherheitsgründen vom Sockel an der Bibliothek genommen werden musste, beauftragte die Stadt den Bildhauer Walther Preik mit der Restaurierung des 2,20 Meter großen Riesen. Der Auftrag habe die Stadt seinerzeit 17 000 D-Mark gekostet, so die Linken.