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Fünfter Reisetag

Musikalische Familie fiebert dem Konzert in Nazareth entgegen

Tiberias / Lesedauer: 3 min

Wüste, Oase und das Tote Meer: Die Reisegruppe ist am See Genezareth angekommen. Für die jungen Musiker des Jugendsinfonieorchesters Neubrandenburg/Neustrelitz wird es langsam ernst.
Veröffentlicht:03.11.2022, 20:30

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Die meisten der knapp 100 Teilnehmer der Reisegruppe des Dreikönigsvereins Neubrandenburg haben sicher das erste Mal in einer Wüste gestanden. Einige Kilometer hinter Jerusalem erstreckt sich die beeindruckende, gebirgige Landschaft der judäischen Wüste. Sobald der Bus hielt, umschwirrten uns die Händler mit Tüchern, Gürteln und kleinen Ketten, die mehrere kleine Jungen anboten. Von dort aus ging es mit Bus weiter zur Oase En Gedi, wie gewandert wurde. Mitten in der Wüste eröffnet sich plötzlich ein steil ansteigendes Bachtal mit zwei Wasserfällen. Faszinierend! Danach dann schließlich das Bad im Toten Meer, das man als Reisender in Israel einfach nehmen muss.

Sechs Mitglieder einer Familie im Orchester

Mit dabei waren auch die Musiker des Jugendsinfonieorchesters Neubrandenburg/Neustrelitz, die am Freitagabend zusammen mit arabischen und jüdischen Jugendlichen ein Konzert in Nazareth geben werden. Dann werden auch sechs Musiker in dem großen Orchester sitzen, die alle zu einer Familie gehören: Signe John, Musikschullehrerin für Violine, ihre Tochter Elisabeth (28), die ebenfalls Violine spielt, sowie ihr Bruder Friedrich (16), der seine Trompete zum Klingen bringen wird.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Außerdem sind zwei Nichten und ein Neffe von Signe John mit von der Partie: Wilhelmine Koch (18), die das Klavierkonzert Nr. 3 von Dmitri Kabalewski auf dem Flügel interpretieren wird. Ihre Schwester Auguste (17) spielt Cello und ihr Bruder Erasmus (15) ist mit seiner Geige vertreten. Er würde übrigens später gerne auch Violine studieren. Alle anderen gehen andere berufliche Wege. Elisabeth John ist Standesbeamtin in Neubrandenburg und liebt ihren Beruf. Wilhelmine Koch hat nach ihrem Abitur am Lessinggymnasium Neubrandenburg in diesem Sommer ein Pharmaziestudium aufgenommen.

Bei diesen Kindern trifft das Sprichwort, „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm”, auf jeden Fall zu. Denn nicht nur Signe John hat mit fünf Jahren ihre ersten Geigen-Stunden genommen und dann die Klassik zu ihrem Beruf gemacht. Auch ihre Schwester Carla Prestin-Koch hat ihr Leben der Violine verschrieben. Seit 2001 ist sie Mitglied der Philharmonie Neubrandenburg. Beide haben die Liebe zur Musik an ihre Kinder weitergeben.

Alle sprechen die Sprache der Musik

Dass sie nun zusammen mit dem Jugendsinfonieorchester in Israel auftreten werden, empfinden sie als großes Glück. Nachdem das Orchester das Konzert mit Musik unter anderem von Edvard Grieg (Peer-Gynt-Suite) und Gioachino Rossini (Tell-Ouvertüre) bereits in Neustrelitz und Neubrandenburg aufgeführt hat, sei Nazareth ganz ein besonderer Ort, sagte Signe John. „Und natürlich bin ich auch stolz, mit meinen Kindern aufzutreten.”

Elisabeth John ist gespannt darauf, wie das Zusammentreffen mit den unbekannten Musikern aus Nazareth verläuft. Natürlich spreche man unterschiedliche Sprachen, es werde aber trotzdem alles gut klappen, ist sie optimistisch: „Wir werden uns verstehen, sprechen wir doch alle die Sprache der Musik.”