StartseiteRegionalNeubrandenburgNeubrandenburgs Kabel-TV aus DDR-Zeiten steigt ins Streaming ein

Höhere Bandbreiten

Neubrandenburgs Kabel-TV aus DDR-Zeiten steigt ins Streaming ein

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Die Neubrandenburger Stadtwerke haben seit 2021 bereits mehr als neun Millionen Euro investiert. Das wirkt sich auch auf die Seenplatte aus.
Veröffentlicht:27.11.2023, 20:19

Artikel teilen:

Mit neuen Produkten der Neubrandenburger Stadtwerke können die Menschen in Stadt und Umland künftig deutlich schneller im Internet unterwegs sein als bisher. Das kommunale Unternehmen hat in den vergangenen Jahren viel Geld in das Glasfaserhybridnetz gesteckt. Allein seit 2021 seien rund 9,3 Millionen Euro in die Modernisierung der Kommunikationstechnik und den Ausbau der Infrastruktur investiert worden, sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw), Ingo Meyer, in einem Pressegespräch.

Schnelles Internet in jedem Wohngebiet

Eine weitere Neuerung gibt es im TV-Kabel-Netz von neu.sw, das seit 1982 und damit schon zu DDR-Zeiten in Neubrandenburg existiert. Zusätzlich zum klassischen linearen TV-Empfang bieten die Stadtwerke jetzt auch Streaming an, das einzeln oder zusätzlich gebucht werden kann. Dieser Dienst umfasst rund 250 TV- und Radio-Sender. Sendungen können pausiert sowie vor- und zurückgespult werden. Hinzu kommen 100 Stunden Online-Speicher. "Die Menschen wollen mehr Komfort“, erläuterte Anja Hünemörder. Die neuen Produkte orientierten sich maßgeblich an den Wünschen der Kunden, die mithilfe einer großen Umfrage ermittelt wurden, sagt sie. 

Dank des schnellen Netzes könne neu.sw nach eigenen Angaben jetzt deutlich größere Bandbreiten anbieten als bisher. Bis zu 250 Mbit/s seien im sogenannten HFC-Netz möglich statt bisher 100 Mbit/s, im reinen Glasfasernetz sogar bis zu 1000 Mbit/s, teilte neu.sw Prokuristin Anja Hünemörder mit. Nach den Worten von Ingo Meyer bauen die Stadtwerke in Neubrandenburg konsequent mit Glasfaser aus, wenn es Neuerschließungen gebe.

Das Glasfasernetz in Neubrandenburg reicht laut neu.sw bis in jedes Wohngebiet und sogar fast in jeden Straßenbereich. Ergänzt werde es von einem sogenannten Koaxialnetz. Die Glasfaserbasis dieses sogenannten HFC-Netzes sorge für schnellste Datenübertragung, während das Koaxialkabel die Verbindung in die Gebäude herstelle, teilten die Stadtwerke mit.

Glasfaserausbau soll 2024 abgeschlossen sein

Komplett auf Glasfaser setzt neu.sw in Ausbaugebieten rund um die Stadt, deren Ausbau vom Bund gefördert wird. Insgesamt wurden fünf Verträge zwischen der Tochterfirma neu-medianet und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte geschlossen, um für eine flächendeckende Internetversorgung in den jeweiligen Projektgebieten zu sorgen. Davon profitieren die Regionen Altentreptow, Friedland, Burg Stargard und Penzlin und Stavenhagen. In Neubrandenburg werde der Ausbau von den Stadtwerken getragen.

Ingo Meyer kündigte an, dass der Glasfaser-Ausbau in den fünf Gebieten durch neu.sw im kommenden Jahr abgeschlossen sein wird. Seit 2018 habe es eine große Nachfrage nach diesen Anschlüssen gegeben. In den von neu.sw betreuten Gebieten könne im Laufe des kommenden Jahres jeder Kunde, der einen Glasfaseranschluss haben wolle, auch einen bekommen.

Stadtwerke jetzt im Streaminggeschäft

Die Neubrandenburger Stadtwerke haben nach eigenen Angaben in Neubrandenburg 38.000 Kabelfernseh-Kunden und davon 21.400 Kunden mit einem Internet- und/oder Telefon-Anschluss. Davon seien schon jetzt 6100 Kunden in den Glasfasergebieten. Mit dem Netzausbau und den Ende November gestarteten neuen Produkten geht das kommunale Unternehmen davon aus, dass noch weitere dazukommen.