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Gastronomie

Rückkehrer verwöhnt seine Gäste mit Eis aus DDR-Maschine Ilka

Altentreptow / Lesedauer: 3 min

Koch Martin Kreibig ist in seine alte Heimat Altentreptow zurückgekehrt, um sich dort eine Zukunft aufzubauen. Zunächst hat er dort ein mobiles Eiscafé eröffnet. Doch das ist erst der Anfang.
Veröffentlicht:12.06.2023, 06:13

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Dort, wo bis Mitte der 1990er–Jahre die „Elektro– und Wärmetechnik GmbH“ der Familie Pommerenke ihren Geschäftssitz hatte, soll wieder neues Leben einkehren. Martin Kreibig hat den leerstehenden Flachbau in der Altentreptower Wallstraße mitsamt angrenzendem Grundstück vom Vorbesitzer gekauft, um hier sein erstes eigenes Restaurant zu eröffnen. „Den Bauvorantrag habe ich bereits gestellt. So ein Vorhaben lässt sich natürlich nicht von heute auf morgen realisieren. Ich gehe die Sache aber ganz entspannt an. Selbst wenn es ein paar Jahre dauert“, sagt der gelernte Koch. Fest steht für ihn jedoch schon jetzt: Es soll ein Gastronomiebetrieb werden, der für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel das passende Gericht bereithält. 

Traum von Selbstständigkeit in alter Heimat erfüllt

Kreibig, gerade erst 33 Jahre alt geworden, ist beruflich schon viel rumgekommen, hat in Österreich und auf der Nordseeinsel Sylt in verschiedenen Positionen gearbeitet. „Doch irgendwann bin ich an den Punkt gekommen, wo ich wieder zurückwollte in die vertraute Umgebung“, erzählt der junge Mann, der in Altentreptow aufgewachsen ist. Da lag es nahe, sich den Traum von der Selbstständigkeit in der Heimat zu erfüllen.

Der VEB Kältetechnik stellte von 1962 bis 1992 rund 30.000 Ilka-Softeismaschinen her, eine davon steht im Eiswagen von Martin Kreibig.
Der VEB Kältetechnik stellte von 1962 bis 1992 rund 30.000 Ilka-Softeismaschinen her, eine davon steht im Eiswagen von Martin Kreibig. (Foto: ZVG)

In den zurückliegenden Monaten verbrachte er jede freie Minute damit, das  verwahrloste Grundstück Schritt für Schritt wieder auf Vordermann zu bringen. Auch wenn nach wie vor viel zu tun ist, erinnert jetzt schon nichts mehr an den früheren Zustand. Während der Arbeit hatte er immer wieder mit dem Gedanken gespielt, ob er den Altentreptowern nicht schon vor der eigentlichen Restauranteröffnung etwas Kulinarisches anbieten könnte.

Eis aus der DDR–Maschine in der Muschelwaffel

„Dabei bin ich auf die Idee mit dem Eiswagen gekommen und wollte einfach mal austesten, wie es von den Leuten angenommen wird“, sagt Kreibig. Allerdings war für ihn von vornherein klar, dass er seinen potenziellen Kunden nicht einfach nur eine Fertigeismischung aus der Packung kredenzen möchte.

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Deshalb hat er damit angefangen, an eigenen Sorten zu tüfteln, die so eher selten beim Eiscafé um die Ecke auf der Karte stehen. „Blaubeer–Chili“, „Kirsch–Zimt“ oder „Mango–Basilikum“ sind nur einige seiner Kreationen. „Bubble–Waffeln“, um die mittlerweile nicht nur im Ursprungsland Asien ein richtiger Hype entstanden ist, gehören ebenfalls zu seinem Angebot. „Natürlich gibt es bei mir auch hausgemachtes Softeis aus der DDR–Maschine „Ilka“, das auf Wunsch traditionell in der Muschelwaffel serviert wird." 

Dort, wo aktuell der Eiswagen und das kleine Pavillon stehen, sollen später die Restaurantgäste ihre Autos parken können.
Dort, wo aktuell der Eiswagen und das kleine Pavillon stehen, sollen später die Restaurantgäste ihre Autos parken können. (Foto: ZVG)

Im Herbst gibt es statt Eis dann Suppen

Um den Eröffnungstermin seines mobilen Eiscafés, das er auf den Namen „Treptower Eisvogel“ getauft hat, hatte er bis zuletzt ein Geheimnis gemacht. Am Pfingstwochenende war es nach langen Vorbereitungen dann endlich so weit. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass ohne große Ankündigung so viele Besucher vorbeischauen, und bin wirklich dankbar für diese Unterstützung. Es gab bislang nur positives Feedback“, freut sich der künftige Restaurantbesitzer.

Bis Ende August hat er jeden Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Sollte es mal zu kurzfristigen Änderungen kommen, würden die Altentreptower per Aushang am Eiswagen oder auf den neuen Social–Media–Kanälen vom Treptower Eisvogel informiert. Im Herbst soll das Geschäft an den Wochenenden aber keinesfalls ruhen. „Dann steige ich auf Suppen um, selbstverständlich alles frisch gekocht“, verspricht Martin Kreibig.