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Vierfache Mutter entbindet in Neubrandenburg Drillinge

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Beinahe hätte die nun siebenfache Mama gar nicht in Neubrandenburg entbinden dürfen. Denn mit Extrem–Frühchen muss man nach Rostock, Greifswald oder Berlin fahren.
Veröffentlicht:31.08.2023, 14:35

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Henning, Johannes und Phillip wussten wohl, dass es für ihre Mama nicht leicht wird und hielten daher durch. Bis zur 33. Schwangerschaftswoche, dann mussten sie raus. Genau zur rechten Zeit. Denn wenn die Drillinge wenige Wochen früher auf die Welt gekommen wären, wäre das mit Strapazen für die Mutter verbunden gewesen.

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Zum Glück sind es keine Extrem-Frühchen

„Es war klar, dass die drei Jungs als Frühchen geboren werden“, sagt eine Krankenhaussprecherin des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums  (DBK) in Neubrandenburg. "Doch bei einer noch früheren Geburt hätte die Gefahr bestanden, dass die Drillinge Extrem-Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm werden." Da dem DBK die Behandlung solcher sehr kleinen Frühchen seit Jahresbeginn nicht mehr erlaubt ist, hätte die Mutter Sarah Junkel in Rostock, Berlin oder Greifswald entbinden und bis zu anderthalb Stunden oder noch länger fahren müssen, um die Neugeborenen zu besuchen.

Junkel ist gebürtige Berlinerin, wohnt aber schon seit einiger Zeit in Pasewalk. Für eine siebenfache Mutter ist sie erstaunlich entspannt. Vier Kinder hatte sie schon, als sie wieder schwanger wurde. Geplant war das nicht, aber auch keine Katastrophe, als es passierte. Die Nachricht, dass es Drillinge werden, schockte sie dann aber doch etwas, räumt die 36–Jährige ein.

Großmutter unterstütz im siebenfachen Kindertrubel

Dauerhaft auf die Geburt hätte sie auch nicht warten können, denn zu Hause warten auf die alleinerziehende Mutter ihre vier älteren Kinder – darunter ein Zwillingspärchen –, die acht, fünf und vier Jahre alt sind.

Ihre Drillinge – die ersten in diesem Jahr im DBK – kamen mit 1740, 1910 und 1990 Gramm Geburtsgewicht auf die Welt und mussten nur wenige Wochen auf der Frühchenstation des DBK verbringen. Jetzt können sie das Krankenhaus verlassen und die Familie zieht gleichzeitig um aufs Land, wo sie ein ausreichend großes Haus gefunden hat. Angst hat Sarah Junkel nicht vor dem siebenköpfigen Kindertrubel. „Meine Kinder waren alle sehr ruhig und haben schnell durchgeschlafen. Meine Mutter, die bei uns wohnt, unterstützt mich und die Großen können auch helfen“, sagt sie. Angesichts von sieben Söhnen gibt es nur einen kleinen Wermutstropfen: „Ich hätte auch gern mal Mädchensachen gekauft.“