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Baupläne

Stadt will auf Zuschuss für Jugendtreff verzichten

Altentreptow / Lesedauer: 3 min

Nach dem Abriss des Jugendclubs vor knapp zwei Jahren ist der Bau eines neuen Treffpunktes geplant. Eigentlich wollte die Stadt dafür auf Fördermittel zurückgreifen. Doch die Pläne haben sich geändert.
Veröffentlicht:21.04.2022, 06:11

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10 000 Euro wird der „Platz der Jugend“ am Klosterberg voraussichtlich kosten. Der Altentreptower Verwaltung schwebt eine Art Pavillon vor, der gemeinsam mit engagierten jungen Menschen nach deren Wünschen und Ideen gestaltet werden soll. Ein richtiger Rückzugsort aus der Erwachsenenwelt mit Wohlfühlcharakter, für den sie dann in Zukunft auch selbst die Verantwortung tragen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V (LAGus) hatte sich zum Jahresbeginn bereit erklärt, die Hälfte der veranschlagten Investitionssumme zu übernehmen, woraufhin 5000 Euro als Eigenanteil in den Haushalt für 2022 eingestellt wurden. Es gibt allerdings es einen Haken an der Sache. Denn die Vorgaben in der Förderrichtlinie sind mit den Vorstellungen der Stadt in keiner Weise vereinbar.

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Vorgaben in der Richtlinie passen nicht

So sollen die Projekte nach Ansicht des LaGus in erster Linie Angebote zur sozialen Teilhabe schaffen für Frauen und Männer sowie deren Familien, insbesondere für Mütter und Väter, die von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht sind. Ein Vorhaben mit Schülern und Jugendlichen, die noch nicht ausgeschult sind, sei demnach nicht möglich, wie aus der Richtlinie hervorgeht. „Wir möchten dieses Projekt aber mit allen interessierten Jugendlichen der Stadt umsetzen und auch die Schüler der Kooperativen Gesamtschule mit ins Boot holen“, betonte Bürgermeisterin Claudia Ellgoth gegenüber dem Nordkurier. Außerdem könne der vorgeschriebene Umsetzungszeitraum bis zum 31. Juli nicht eingehalten werden, da im Vorfeld erst die baurechtlichen Voraussetzungen für den Standort des Jugendtreffs geprüft werden müssten. „Aus diesen Gründen wollen wir auf die bewilligten Fördergelder verzichten und das Projekt stattdessen mit eigenen Haushaltsmitteln realisieren“, erklärte die Rathauschefin.

Bürgermeisterin sieht keine negativen Folgen

Zur Deckung der überplanmäßigen Auszahlungen sollen 5000 Euro aus dem 400 000 Euro umfassenden Produktsachkonto für die Erneuerung der Brücken am Jungfernstieg herangezogen werden, die nicht mehr den sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen (der Nordkurier berichtete). „Die Baumaßnahme kann in diesem Jahr noch nicht vollständig umgesetzt werden. Aktuell befinden wir uns noch in der Planungsphase und wollen für den Ersatzneubau aus Metall auch Fördermittel akquirieren. Deswegen hat diese Umschichtung der Gelder keine negativen Auswirkungen auf den beschlossenen Haushalt“, verdeutlichte Ellgoth.

Entscheidung im Hauptausschuss

Der Ausschuss für Stadtentwicklung wird sich in der kommenden Woche mit der Empfehlung der Verwaltung auseinandersetzen. Die endgültige Entscheidung trifft dann der Hauptausschuss, der am 17. Mai zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt. Die Treptower Jugend muss sich also noch eine ganze Weile gedulden, bis ihr neuer Treffpunkt dann tatsächlich steht.