StartseiteRegionalNeubrandenburgStadthalle wird fast reine Trainingshalle für Handballer

Nach drei Jahren Sanierung

Stadthalle wird fast reine Trainingshalle für Handballer

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Die Stadthalle war Ort von legendären Sportveranstaltungen, Konzerten und Feiern. Nach der Wiedereröffnung bleibt der markante Bau fast ausschließlich den Handballern vorbehalten. 
Veröffentlicht:07.12.2023, 05:41

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Die Neubrandenburger Stadthalle soll nach ihrer mehrjährigen Sanierung überwiegend als Trainingshalle für den Handballsport genutzt werden. Wie der Leiter des Eigenbetriebs Immobilienmanagement (EBIM) bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Generationen, Bildung, Sport sagte, sei im Hinblick auf die sportliche Nutzung gemeinsam mit der Stadtverwaltung eine Vereinsnutzung festgeschrieben worden. Diese sehe vor, dass der SV Fortuna ’50 Neubrandenburg „perspektivisch“ der Hauptnutzer sein werde. Die Nutzung erfolge jeweils montags bis freitags vom frühen Nachmittag bis in die Abendstunden. Andere Vereine würden einzelne Stunden nutzen. 

Künftig auch Nutzung für Schulsport

Martin Ramp, städtischer Abteilungsleiter, Schule, Sport und Generationen, unterstrich, dass mit dem Umzug von SV Fortuna in die Stadthalle an andere Stelle Hallenzeiten frei würden und diese an andere Vereine verteilt werden könnten. Der Ausschussvorsitzende Steven Giermann (CDU/FDP) hatte zuvor angeführt, dass beispielsweise Fußballvereine gerne Trainingszeiten in der Stadthalle gehabt hätten, in deren Sanierung mitsamt Erweiterungsbau über zehn Millionen Euro flossen. 

Die Neubrandenburger Stadthalle wurde im Sommer nach einer Sanierung wiedereröffnet. Jetzt beginnt die Nutzung für Handball-Training und Schulsport.
Die Neubrandenburger Stadthalle wurde im Sommer nach einer Sanierung wiedereröffnet. Jetzt beginnt die Nutzung für Handball-Training und Schulsport. (Foto: Winfried Wagner)

In den Vormittagsstunden soll die denkmalgeschützte Halle, die 1969 eröffnet worden war, künftig durch den Kreis für den Schulsport genutzt werden. Allerdings ist ein aktuelles Problem auftreten. Die Großturnhalle in der Neubrandenburger Adlerstraße kann bis voraussichtlich kommendes Schuljahr nicht für den Unterricht genutzt werden. Infolge eines Wasserschadens Anfang November drang Feuchtigkeit in einen großen Bereich des Sportbodens sowie der dazugehörigen Dämmung ein, teilte der Landkreis dem Nordkurier auf Anfrage mit.

Nach Abschluss der laufenden Trocknung sei ein umfassender Rückbau des Sportbodens beziehungsweise ein Neuaufbau notwendig, um eine Schimmelbildung zu vermeiden. Der Landkreis rechnet laut einem Sprecher mit Kosten im niedrigen bis mittleren sechsstelligen Bereich. 

Sportboden macht Veranstaltungen schwierig

Ein anderes Thema nach der Wiedereröffnung der Neubrandenburger Stadthalle, deren markante Hyparschalen-Konstruktion nach den Plänen des bekannten Ingenieurs Ulrich Müther entworfen wurde, ist die Nutzung für Sport- sowie weitere Veranstaltungen. Legendär war unter anderem der feucht-fröhliche Neujahrs-Frühschoppen, viele Besucher wurden angezogen von Events wie der „Fight-Night“ oder der Messe „Hobby kreativ“. Deren Durchführung könnte der Einbau eines Sportbodens anstelle des robusten, aber bei Sportlern gefürchteten Parkettbodens einen Riegel vorschieben. 

Wie Dirk Schwabe auf Nachfrage sagte, war mit Beginn der Planungen 2015 klar gewesen, dass ein Sportboden eingebaut werde. Ansonsten hätten man keine Förderung bekommen und auch die Unfallkasse hätte nicht mitgemacht. Zumindest am Wochenenden ist die Stadthalle ab dem kommenden Jahr wieder für eine Veranstaltungsnutzung vorgesehen, die voraussichtlich durch das Veranstaltungszentrum Neubrandenburg (VZN) koordiniert wird. 

Für einen Schutz des empfindlichen Sportbodens sollen dann mobile Matten sorgen. Ob die allerdings Beschädigungen etwa durch Bühnenelemente oder gar Rotweinflecken und Glassplitter abhalten, hält der EBIM-Leiter für fraglich. Er warb für eine Nutzung wie in der Silvesternacht. Bei der zum 775. Stadtjubiläum erstmals geplanten Party auf dem Messeplatz soll die Stadthalle als Aufenthaltsbereich für Künstler genutzt werden. Als einen möglichen Alternativort für den Frühschoppen schlug Dirk Schwabe das Haus der Kultur und Bildung „in der Mitte der Stadt“ vor.