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Stadtwerke Neubrandenburg planen größte eigene Solar–Fläche

Neubrandenburg / Lesedauer: 3 min

Auf einer ehemaligen Mülldeponie neben der Kläranlage sollen künftig Fotovoltaik–Anlagen grünen Strom produzieren. Die Neubrandenburger haben aber erst mal nichts davon.
Veröffentlicht:10.07.2023, 05:43

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Die Umstellung auf erneuerbare Energien in der Vier–Tore–Stadt soll weiter voranschreiten. Aus diesem Grund wollen die Neubrandenburger Stadtwerke eine neue Fläche mit Solaranlagen bestücken. Es wäre die größte eigene Anlage, wie eine Unternehmenssprecherin auf Nordkurier–Nachfrage betonte. Ein entsprechender Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan wandert zurzeit durch die Ausschüsse, ehe die Stadtvertreter auf ihrer nächsten Sitzung darüber abstimmen.

Nähe zum Klärwerk hat großen Vorteil

Die Anlage soll neben dem Klärwerk zwischen Krügerkamp und Hinterste Straße entstehen. Die Fläche wurde früher als Deponie für Hausmüll genutzt und befindet sich zurzeit im Besitz der Neubrandenburger Wasserwerke. Die Fläche eigne sich optimal als Standort für Fotovoltaik–Anlagen, meint Stadtwerkegeschäftsführer Ingo Meyer in seinem Antrag. Die Nähe zum Klärwerk bedeute, dass sämtliche Infrastruktur für Ver– und Entsorgung bereits existiere. Auch der Aufwand, die ehemalige Deponie herzurichten, halte sich in Grenzen.

Dass die Stadtwerke auf erneuerbare Energien umsteigen müssen, sei übrigens glasklar, betont Ingo Meyer in dem Antrag. Die Neuausrichtung der Energiepolitik der Bundesregierung mache das erforderlich. Sollten die Stadtvertreter zustimmen, könnte die 6,7 Hektar große Fläche rund sieben Gigawatt pro Jahr an Energie ins Netz einspeisen. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 2500 Kilowatt pro Stunde könnten etwa 2800 Haushalte mit Energie versorgt werden, abhängig davon, wie viel Sonne tatsächlich scheint, schätzt eine Stadtwerke–Sprecherin auf Nordkurier–Nachfrage. Die Planungen sehen zunächst vor, den Strom ins Stromnetz einzuspeisen, also zu verkaufen. Eine Direktversorgung von Kunden ist aktuell noch nicht geplant, gibt die Sprecherin weiterhin Auskunft.

Lob für das Vorhaben gab es von Stadtvertreter Thomas Gesswein (CDU). „Ich freue mich, dass die Stadtwerke in eine so große Anlage für erneuerbare Energien investieren wollen“, sagte der Stadtvertreter im jüngsten Hauptausschuss. Nicht nur die ehemalige Deponie, auch direkt auf dem Gelände der Kläranlage sollen weitere Solarpaneele aufgestellt werden. Die damit erzeugte Leistung von etwa 100 Kilowatt pro Stunde würde reichen, um einen Teil des Strombedarfs der Neubrandenburger Wasserbetriebe mithilfe von Sonnenenergie zu decken“, teilte die Stadtwerke–Sprecherin mit.

Weitere Solarpaneele für den Eigenbedarf

Am Stadtwerke–Standort in der Südstadt soll darüber hinaus das Dach eines weiteren Verwaltungsgebäudes bald eine Fotovoltaik–Anlage erhalten, um Sonnenstrom für den Eigenbedarf zu nutzen. Auf den Dächern des Haupthauses und der Bushallen der Neubrandenburger Verkehrsbetriebe sind bereits seit Langem Solaranlagen installiert. Die neuen Pläne sind Teil der „Erneuerbare–Energien–Initiative 2023“ bei der die Stadtwerke den schrittweisen Wandel von konventioneller zu nachhaltiger Energieerzeugung aufzeigen, heißt es vonseiten des kommunalen Energielieferanten.

Auf dem Haupthaus der Stadtwerke in der John-Schehr-Straße sind seit Langem Solaranlagen installiert.
Auf dem Haupthaus der Stadtwerke in der John-Schehr-Straße sind seit Langem Solaranlagen installiert. (Foto: ZVG)

Unabhängig von den Stadtwerken wurde zuletzt der Weg für eine Solaranlage an der Südstraße freigemacht. Dort will ein privater Investor Fotovoltaik–Anlagen auf einem doppelt so großen Gelände wie bei dem Klärwerk aufstellen.