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Kultur

Stehende Ovationen für „Aushilfskraft“ beim 4. Philharmonischen Konzert

Neubrandenburg / Lesedauer: 1 min

Eine Teufelsgeigerin mit Engelslächeln hat die Konzertkirche zum Toben gebracht. Kurzfristig eingesprungen, lieferte Alexandra Tirsu einen fulminanten Auftritt ab.
Veröffentlicht:08.12.2023, 14:23

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Schon zur Mitte des Konzerts hielt es das Publikum in der vollbesetzten Neubrandenburger Konzertkirche nicht mehr auf den Sitzen. Begeistert wurde der virtuose Auftritt der moldawischen Geigerin Alexandra Tirsu gefeiert, deren perfektes Spiel auf einer Stradivari von 1717 in den höchsten Tönen von den Zuhörern gelobt wurde. "Da sitzt jeder Ton perfekt“, raunte man sich nach der ebenfalls furiosen Zugabe zu. "Das ist harte körperliche Arbeit“, war von anderer Seite zu hören über die Darbietung ohne Notenblatt, bei der die Musikerin im roten Kleid immer wieder ein Lächeln im Gesicht hatte. "Unfassbar, dass sie erst kurzfristig angereist ist“, wurde anerkennend genickt.

Geigerin musste kurzfristig passen

Die 1992 geborene Geigerin Alexandra Tirsu war quasi als "Aushilfskraft" nach Neubrandenburg gekommen zum 4. Philharmonischen Konzert, bei dem sie das berühmte Violinkonzert von Peter Tschaikowsky mit den Neubrandenburger Philharmonikern spielte, nachdem zum Auftakt unter Leitung des Generalmusikdirektors Daniel Geiss die Ouvertüre zur Oper "Don Giovanni" erklungen war. Die mehrfach ausgezeichnete Violinistin sprang für die Koreanerin Bomsori Kim ein, die wegen einer Erkrankung absagen musste.

Dass das Konzertkirchen-Publikum nicht einfach zu beeindrucken ist, zeigte sich nach der Pause mit der Aufführung von Igor Strawinskys "Der Feuervogel“. Die Darbietung des Orchesters in großer Besetzung erntete donnernden Applaus des Publikums, allerdings im Sitzen. Das 4. Philharmonische Konzert wird am 8. Dezember um 19.30 Uhr in Güstrow im Ernst-Barlach-Saal zu erleben sein und am 10. Dezember um 18 Uhr im Landestheater in Neustrelitz.