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Gema-Gebühren

Stiller Protest der Weihnachtsmärkte - Neubrandenburg war nicht dabei

Neubrandenburg / Lesedauer: 2 min

Auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt blieb die Musik aus Protest gegen hohe Gema-Gebühren aus. In Neubrandenburg wurde weiter beschallt – das war der Grund.
Veröffentlicht:04.12.2023, 18:15

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Am Montag ist es auf vielen Weihnachtsmärkten still geblieben. Aus Protest gegen die aus ihrer Sicht zu hohen Rechnungen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), haben Betreiber für mehrere Stunden auf Musik verzichtet.

Sendepause in etlichen Städten

Während auf Märkten in Rostock, Leipzig und vielen anderen Städten nur die Stimmen der Besucher zu hören waren, lief in Neubrandenburg jedoch alles wie gehabt. Aus den Boxen wurden die Besucher mit „Last Christmas“ & Co. beschallt.

Die Betreiber des Neubrandenburger Weberglockenmarktes distanzieren sich nicht von dem Protest. Man habe schlicht nichts von der Aktion gewusst, sagte Barbara Schimberg, Geschäftsführerin des Veranstaltungszentrums (VZN). Es sei auch nicht so ein großes Thema in Neubrandenburg, aufgrund der Größe des Marktes. „Wir sind nicht mit Rostock vergleichbar“, so Schimberg. 

Die Gema-Gebühren richten sich nach der Größe der beschallten Fläche. Und die ist in Neubrandenburg überschaubar. Auf dem ganzen Boulevard Musik zu spielen, sei dem VZN ohnehin schon immer zu teuer gewesen, erklärte Schimberg. Man habe sich auf die Bühnen begrenzt und in diesem Jahr werde erstmals im Bereich der Webertanne Weihnachtsmusik abgespielt. Alles andere käme aus den Lautsprechern der Buden- und Karusselbetreiber.

Kosten zu sparen sei immer ein Thema

Dennoch macht man sich beim VZN Gedanken darüber, wie die Kosten möglichst gering gehalten werden können. So ziehe man in Erwägung, im kommenden Jahr Gema-freie Musik zu spielen. „Das wären dann aber keine modernen Lieder, sondern alte Stücke. Wir wissen noch nicht, ob wir das machen“, so Schimberg. 

Betreiber von Weihnachtsmärkten, die an dem Protest teilgenommen haben, klagen laut einem Bericht der Deutschen Presseagentur (dpa) über zum Teil sehr hohe Kostenanstiege. Von 3350 Rechnungen, die 2022 versendet wurden, habe es in 167 Fällen Preissteigerungen gegeben - für 35 Märkte sogar im fünfstelligen Bereich. 

Gema: Einige haben geschummelt

Doch warum ist das so? An dem Tarif hat sich nichts geändert, gemessen wird laut Gema von Wand zu Wand. Ein Grund könnte sein, dass die Weihnachtsmärkte größer geworden und Öffnungszeiten verlängert worden sind. 

Doch einige Betreiber hätten auch geschummelt. „Wir wissen, dass einzelne Weihnachtsmärkte falsche Angaben gemacht haben. Einige große, umsatzstarke Märkte haben uns deutlich zu kleine Flächen gemeldet“, sagte Gema-Vorstandsmitglied Georg Oeller der dpa.

Zu teuer sei die Musik seiner Ansicht nach nicht. 2,5 Cent gehen laut Gema von den Einnahmen pro Besuch für Musik ab - durchschnittlich hinterlasse jeder Besucher rund 18 Euro. „Kein Weihnachtsmarkt muss auf Musik verzichten, nur weil diese Musik durch die Gema lizenziert wird“, so Oellers Einschätzung.